02.01.05 - Auch Urlaub ist nicht stressfrei
Der Morgen war dann doch nervenaufreibend. Erst kam schon mal das Taxi nicht. Am Flughafen war natürlich auch keiner vom
Reisebüro da. Ringsum wurden die Leute eingesammelt, nur wir standen hilflos rum. Auf Rückfrage wurden wir von A zu B nach
Z geschickt. Keiner wußte was, bzw. hatte den Typ von Aida Maria Travels gesehen.
Nachdem unsere Flugtickets zumindest reserviert waren, kauften wir sie schließlich. Betty übernahm den Fall, ich hatte schon
längst aufgegeben. Kaum hatte sie also die Tickets mit Kreditkarte bezahlt, kam der Typ vom Reisebüro! Erstaunlicherweise
hatte er bereits Flugtickets für uns und zum Glück konnte er die Dame am TAME-Schalter überzeugen, die vorhergehende
Bezahlung zu annullieren. Wie kam nun dieses ganzes Malheur zustande? Man hatte uns für einen Flug später gebucht, als uns
mitgeteilt wurde, weswegen der Typ vom Reisebüro nicht schon frühmorgens da war. Desweiteren waren wir auf den Stand, dass
unsere Unterlagen ins Hotel geliefert würden. Davon wußte der vom Reisebüro aber auch nix. Chaos-Planung, nur gut, dass ich
nicht allzu oft als Pauschal-Tourist auf andere angewiesen bin. Die große Frage bleibt aber, wie war es der Dame am TAME-Schalter
möglich, ein bereits bezahltes und ausgestelltes Ticket, nochmal zu verkaufen?
Dem Reisebüro-Agenten war die ganze Situation auch sehr unangenehm, er konnte ja am wenigsten dafür. Er erwies sich aber als
sehr angenehmer Zeitgenosse und tat sein möglichstes, uns einen Zugang zum Internet zu verschaffen. Betty wollte der Bank daheim
mitteilen, eine Kreditkarten-Abbuchung von TAME zu ignorieren. Nur vorsichtshalber. So kamen wir zu einer Flughafen-Tour in
die Zonen, wo man z.B. daheim auf dem Münchner Flughafen schon längst 10 Sonderausweise benötigt hätte. Hier spaziert man einfach
rein. Leider ohne Erfolg, kein Internet weit und breit.
Endlich saßen wir also im Flugzeug, Flugzeit 1.5h. Der ganze Flieger voll mit Touris. Auf Galapagos hieß es erstmal, die
100 USD Nationalpark-Gebühr zu berappen. Dann stand da schon jemand, unser Guide, mit einem Schild in der Hand. Schnell gab
es einen Aufkleber auf die Brust und schon waren zu einem Boot zugeteilt. Wir hatten die Rumba gebucht, auf der 10 Leute und
5 Mann Besatzung Platz finden. Eines der kleinsten Boote und das ist gut so, wenn man sich die anderen Riesendampfer angeguckt,
die dann auch noch teurer sind.
Man landet übrigens auf Baltra, ehemalige amerikanische Militärbasis, eine kleine Insel nördlich von Santa Cruz. Per Bus wird
man zum Anlegehafen für die vielen Boote gebracht und eingeschifft. Für die Leute hier ist das alles Routine, der Wechsel von
Passagieren alle vier Tage und das Prozedere ist dementsprechend gut durchorganisiert. Kaum an Boot, hieß es auch gleich Leinen los und es wurde
der erste Visitor-Site angesteuert. Bajas-Beach. Hier machten wir auch den ersten Landgang, ein "Wet-Landing". Soll heißen,
Schuhe in die Hand. "Dry-Landing" bedeutet es hat einen Steg. Vorher sahen wir schon die erste Meeres-Schildkröte vorbeipadeln.
Bajas-Beach ist für alle Schiffe die erste Anlauf-Station, dementsprechend voll war es für hiesige Verhältnisse.
Unser Guide Louis sollte sich als ziemlich witziger Vogel herausstellen, er ist auf Galapagos geboren, macht das Ganze schon
ziemlich lange und hat jede Menge Stories auf Lager. Sämtliche Guides werden von der Nationalpark-Verwaltung ausgebildet. Die
Visitor-Sites sind sehr begrenzt, man bewegt sich auf fest vorgeschriebenen Pfaden. Wir sahen hier am Bajas-Beach Meer-Iguanas,
Flamingos und Pelikane. Der Name Bajas-Beach kommt von einem alten Schiffswrack, welches die Amis zurückliesen und nun vor sich
hin rostet. Schwimmen kann man hier auch und das Wasser ist lauwarm! Überhaupt bietet die Szenerie mit türkisblauen Meer und
weißen Strand einen unglaublichen Kontrast zu den Erlebnissen, die wir vorher in Ecuador hatten.
Abends steuerten wir den schmalen Kanal, der Baltra von Santa Cruz trennt an, um hier vor Anker zu gehen. Zeit, um die restlichen
Passagiere kennenzulernen. Vier Schweden, eine Holländerin und drei Australier. Einer davon ist Militärpfarrer, der schon so
ziemlich jeden Berg von Rang und Namen schon mal probiert hat. U.a. zwei Versuche am Everest. Nur die Alpen kennt er noch nicht.
Wahrscheinlich zu klein ...
Unsere Kojen sind ziemlich winzig, aber es hat eine Nasszelle mit Dusche. Der Tagesablauf an Bord ist durchorganisiert, abends
gibt es immer ein Briefing für den nächsten Tag. Der Guide erzählt uns, was uns an Naturwundern den nächsten Tag so erwartet.
Erstaunlich auch, was der Koch in seiner kleinen Küche so alles zaubert.
03.01.05 - Santa Fe
Früh morgens um fünf Uhr wurden die Diesel angeschmissen, ab da war es vorbei mit dem Schlaf. Unser erstes Ziel für heute,
die Insel Plaza Sur. Wobei dies eigentlich nur ein Stück Fels im Meer ist. Zu sehen gab es Seelöwen, Land- und Meeriguanas,
Fregattvögel, Blaufußtölpel und jede Menge Kakteenbäume. Das faszinierende an der Tierwelt Galapagos ist, dass sich die
Tiere von Menschen nicht sonderlich stören lassen und man sehr nahe ran kommt. Grund hierfür, bis vor der Ankunft der Menschen
fehlten Landraubtiere. Inzwischen wurden aber Katzen, Hunde, Ratten, Ziegen, usw. eingeschleppt, welche große Probleme verursachen.
Diese so auf die Inseln gebrachten Arten wieder auszurotten, ist ein schwieriges Unterfangen.
Landiguanas sitzen den ganzen Tag unter einem Kakteenbaum und warten nur darauf, auf das ein Blatt herunterfallen möge. Ein
angenehmes Leben also. Unser Guide schlug zur Demonstration ein Blatt runter, der Besitzer des Kakteenbaums war auf einmal
höchstlebendig und fing sogleich an, mit seinen langen Krallen die Stacheln abzuschaben. Binnen Sekunden versammelte sich
auch die Nachbarschaft von den umliegenden Bäumen, um auch einen Happen abzubekommen.
Uns stand eine längere Überfahrt nach Santa Fe bevor. Diese nutzte die Crew, um ein paar Fangleinen auszuwerfen. Dauerte nicht
lange, schon biss ein ca. einen halben Meter großer Thunfisch an. Weniger später ein ca. einen Meter langer Dorado ("Delphinfisch").
Der zappelte ganz ordentlich und es traute sich deswegen auch keiner in die Nähe. Plötzlich verschwand er auch noch durch
die Luke in den Maschinenraum, bevor ihm der Koch mit der Feueraxt brutal zu Leibe rückte.
Bei Santa Fe ankerten wir in einer wunderschönen türkisblauen Bucht. Schorcheln stand auf dem Programm, Ausrüstung verlieh
uns der Captain mit den bestimmenden Worten "If you loose, you pay!". Das Wasser war so auf die Dauer doch frisch, aber dem
was man zu sehen bekam, versuchte man so lange wie möglich im Wasser zu bleiben. So faszinierend das Landleben auf Galapagos ist,
unter Wasser spielt hier die Musik. Der Artenreichtum ist schier überwältigend! Jede Menge paradiesische Fische, die man
eigentlich nur aus dem Fernsehen kennt. Dazu aus nächster Nähe Meeresschildkröten und Rochen. An einem Ende der Bucht lag
ein riesiger Fischschwarm, es müssen hunderttausende von Einzeltieren gewesen sein. Was für ein Spaß, mitten durch diesen
Schwarm zu tauchen! Jede Menge Seelöwen zeigten sich ob dieses reich gedeckten Tisches natürlich auch.
Es folgte ein Rundgang auf Santa Fe. Zu sehen gab es riesige Kakteenbäume und Landiguanas.
04.01.05 - Espanola
Die Nacht über fuhren wir weiter zur Insel Espanola. In dem kleinen Boot merkt man die Wellen auf dem offenen Meer
doch ziemlich. Sanft in den Schlaf geschaukelt wurde ich zumindest nicht. Bei Espagnola wurden die Diesel dann
gestoppt, hier kamen die Wellen von der Seite und was auch nicht besser war.
Unser Programm für heute, erst mal einen Rundgang auf Espagnola machen. Da hier unter Wasser eine besondere Algenart
gedeiht, haben die männlichen Seeiguanas eine leuchtend rote Farbe. Auf der Insel gibt es keine Süßwasserquellen,
weswegen insbesondere die Galapagos-Spechte jede Möglichkeit nutzen, an was trinkbares zu kommen. Die Wasserflaschen
der Touris kommen da gerade recht.
Am Strand liegen jede Menge tote Seelöwenbabies, die von Touristen berührt wurden und deswegen von der Mutter verstossen,
qualvoll verhungern mußten.
Espagnola ist die einzige Insel im Galapagos-Archipel, auf der Albatrosse brüten. Die meisten Vögel waren aber bereits
wieder weit draußen auf offener See. Nur ein paar Nachzügler strollten noch auf der Insel umher. Die großen Vögel
benötigen zum Fliegen eine regelrechte Startbahn und müssen sich über die Klippen stürzen, um vom Boden abzuheben. Dazu
gab es große Kolonien von Maskentölpeln.
Nachmittags hatten wir Gelegenheit, die Unterwasserwelt zu erkunden. Das Wetter zeigte sich nicht von seiner besten Seite,
weswegen das Wasser doch eher kühl war. Unter einem Felsblock spürte unser Guide einen Riffhai auf. Danach hatten wir
noch Gelegenheit in der schönen Gardener Bay am Strand zu relaxen.
05.01.05 - Floreana
Die letzten Tage hinterliessen ihre Spuren in Form eines Sonnenbrandes. Vor allem meine Beine, die sonst das ganze Jahr
über keine Sonne sehen, erwischte es ziemlich. Da war es ganz recht, dass sich die Sonne heute eher bedeckt hielt.
Wir lagen vor Floreana, die erste dauerhaft bewohnte Galapagos-Insel. Hier gibt es die sogenannte Post Office Bay.
Vorbeikommende Seefahrer stellten hier vor 250 Jahren schon eine Holztonne auf, um Post zu hinterlegen, bzw. mitzunehmen,
falls man das richtige Ziel ansteuerte. Heutzutage schmeissen wir Touristen unsere Postkarten in die Tonne und nehmen welche mit,
um sie von daheim zu versenden.
Eine ganz bekannte Geschichte, in zahlreichen Büchern verewigt, hat sich hier auf der Insel zugetragen. Es war eine deutsche
Aussiedlern, M. Wittmer, die sich hier mit ihren Kinder vor dem zweiten Weltkrieg niederlies. Das Idyll war perfekt, bis auch andere
Leute versuchten, Fuss zu fassen. Frau Wittmer gefiel das gar nicht und so verschwanden nach und nach die Neuankömmlinge.
Mord konnte niemals nachgewiesen werden, aber es gibt hier auf der Insel genügend Löcher, um Leute auf ewig verschwinden zu
lassen.
Eines dieser Löcher war unser nächster Programmpunkt, ein Lava-Tunnel. Die Galapagos-Inseln sind vulkanischen Ursprungs.
Bereits an der Oberfläche erstarrte Lava fließt im Inneren weiter, so entstehen lange, kreisrunde Tunnel. In diesem Fall
mit Zugang zum Meer. So tappten wir im Dunkeln, bis uns das Wasser zur Hüfte ging.
Nächstes Ziel, eine halb versunkene Caldera eines Vulkans, die "Devils Crown". Eine Schnorchel-Eldorado! Unglaublich die
Anzahl bunter Fische! Ich glaub, ein paar Papageien-Fische erkannt zu haben. Jede Menge kleine Riffhaie, es sollen sogar
Hammerhaie ihr Unwesen hier treiben. Wobei in dem Fall war ich ganz froh, keinen gesehen zu haben. Nachdem wir die Caldera
umrundet hatten, ging es mitten hinein. Das Wasser wurde schlagartig wärmer, torpedogleich schossen Seelöwen um uns rum.
Louis hat ein geschultes Auge und zeigte uns gut getarnte Fische, die wir so nicht bemerkt hätten. Unter
anderem holte er einen Kugelfisch vom Boden, der dann voll aufgeblasen etwas unbeholfen wieder zum Grund trudelte.
Bevor wir uns auf den Rückweg nach Santa Cruz machten, steuerte der Captain noch die Punta Cormorant an. Der Landgang führt
hier an einem See mit Flamingos vorbei zu einer versteckten Bucht mit traumhaft weißem Strand. Die Überfahrt nach Santa
Cruz war ein Erlebnis, mehrere Delphine schwammen vor dem Bug her. Mit Sprüngen aus dem Wasser taten sie ihrer Lebensfreude
kund. Viel gemächlicher liesen es einige Meeresschildkröten angehen, die langsam dahin paddelten.
Puerto Aroya auf Santa Cruz ist so etwas wie die touristische Hauptstadt auf Galapagos. Jede Menge Ausflugsboote ankern in einer
Bucht, Wassertaxis kreuzen auf der Suche nach Kundschaft zwischen den Yachten umher. Die Stadt hat ca. 10000 Einwohner. Vor
allem an der Uferpromenade kann man sich mit Souvenirs aller Art eindecken. Nach all den Tagen auf dem Boot hatten wir bereits
den Wellengang verinnerlicht. An Land fehlte der natürlich, trotzdem wirkte es so, als ob die Wände immer noch hin und her
schwankten.
06.01.05 - Der schönste Strand auf Galapagos
Der Vormittag war noch gebucht, ab dann durften wir wieder selber unser Programm bestimmen. So schön die Bootsfahrt von Insel
zu Insel ist, vier Tage sind da ausreichend. Ansonsten gerät der ganze Ablauf schnell zur Routine und man würdigt die einzelnen
Highlights nicht mehr ausreichend.
Unser letzter Programmpunkt, Besuch der Darwin Research Station. Hier werden die berühmten Riesenschildkröten aufgezogen.
In freier Wildbahn ist es für diese Tierart schwierig geworden sich zu vermehren. Zu viele eingeschleppte Säugetiere
betrachten die Gelege der Reptilien als willkommene Mahlzeit. So groß die ausgewachsenen Schildkröten sind, die fangen auch
mal sehr klein an und sind in diesem Alter sehr gefährdet. Hunde und Katzen machen den Kleinen zu schaffen. Die Forscher
bringen also die Hälfte des Geleges zur Station, um den Nachwuchs aufzuziehen und ab einer bestimmten Größe wieder
auszusetzen. So sieht man Landschildkröten von handtellergroß bis zum ausgewachsenen, einen Meter langen Urviech.
Der bekannteste Insasse in dieser Station ist Lonesome George, der letzte seiner Art. Er stammt von der Insel Pinta und wurde
als einziger Überlebender aufgegriffen. Kreuzen mit Schildkrötendamen von anderen Inseln funktionierte nicht, George zeigte
sich auffallend uninteressiert. Eine spanische Forscherin fand nun heraus, George ist impotend. Auch für diese Art ist damit
die Zeit abgelaufen.
So Galapagos-Schildkröten werden 250 Jahre alt und können ein Jahr ohne Wasser und Futter überleben. Kein Wunder, dass früher
Seefahrer die Tiere als lebende Konservenbüchsen mit an Bord nahmen und bei Bedarf schlachteten.
Wir verabschiedeten uns von Louis und den anderen. Ein Hotel mußte her, von denen gibt es in Puerto Aroya aber in allen
Preisklassen viele, so dass man da keine größeren Probleme hat. Die Tortuga Bay liegt ca. 3 km ausserhalb von Puerto
Aroya und ist auch als Visitor-Site deklariert. Man muss sich deshalb am Anfang des Weges bei einer Aufsicht registrieren.
Angeblich soll das der schönste Strand auf Galapagos sein und wir wurden nicht enttäuscht! Schon der Weg dorthin durch einen
Kakteenwald ist fantastisch. Die Tortuga Bay entpuppt sich dann wirklich als ganz besonders idyllischer Fleck. Ein schneeweißer
Sandstrand mit türkissem Meer davor und alles andere als überlaufen. Weiter hinten gibt es noch eine zweite Bucht, die
weitgehend abgeschlossen vom offenen Meer ist, mit ultraflachen Sandstrand. Das Wasser heizt sich hier auf, wie in einer
Badewanne.
Auf einer kleine Halbinsel führt ein Trail durch Kakteenwald und Mangroven. Die Meeriguanas scheinen hier ganz besonders groß
zu werden, richtige kleine Drachen! Man hätte es also auch einfacher haben können, von den ganzen Visitor-Sites, die wir in
den letzten Tagen so besucht haben, war das der schönste.
07.01.05 - Cerro Crocker
Der letzte richtige Urlaubstag für dieses Mal. Den wollten wir nutzen um das Inselinnere von Santa Cruz zu erkunden. Unser
Ziel, der Cerro Crocker. Es gibt eine Straße auf der Insel von Puerto Aroya zum Flughafen auf Baltra. Frühmorgens fahren
Busse, man kann sich in Bellavista rauswerfen lassen. An der Aussenwand einer Schule ist eine Übersichtskarte angemalt, was
es rund um Bellavista zu besichtigen gibt. U.a. der Cerro Crocker, dazu folgt man einfach der Straße in nördlicher Richtung entlang
der Schule. Die Highlands auf dieser Seite der Insel haben ein eher feuchtes Klima, weswegen hier richtige und vor allem
grüne Wälder stehen. Ein Taxifahrer, der grad Touristen abholen wollte, nahm uns ein Stückchen mit, bis zum Ende des
befahrbaren Weges. Ab hier führt ein gut ausgetretener Pfad weiter hoch. Unglaublich wie schnell sich die Vegetation mit
der Höhe ändert und vor allem ist es nicht so trocken, wie ich es erwartet hätte. Ganz im Gegenteil, man befindet sich in
einem Hochmoor, ringsum ziehen Nebelschwaden umher. Die Bäume werden immer kleiner und bald dominieren kleine Büsche. Man
folgt dem Weg an einer Hütte vorbei immer weiter hoch, bis der Cerro Crocker leicht erkennbar mit Antennen verbaut in Sicht
kommt. Vom Gipfel bot sich uns ein interessantes Naturschauspiel. Die kleine Hügelkette im Inselinneren wirkt als Wetterscheide.
Die von Süden kommenden Wolken bleiben hier hängen, so dass das Klima auf dieser eigentlich ziemlich kleinen Insel auch
noch zweigeteilt ist. Der Süden feucht mit viel Niederschlag, der Norden trocken mit viel Sonne. Eindrucksvoll breitete sich
vor uns die wüstenartige Ebene im Norden vor uns aus. Der Blick reichte bis zum Flughafen auf Baltra. Für die ganze Wanderung
von Bellavista bis zum Cerro Crocker und zurück benötigten wir 4h.
Wir hatten also noch Zeit und wußten, dass es bei Santa Rosa, weiter im Inneren der Insel, Schildkröten in freier Wildbahn
zu bewundern gibt. So stoppten wir uns einen Bus, stiegen in Santa Rosa aus und liefen einfach auf Verdacht eine Straße
runter. Dauerte nicht lange, stand da auch ein Schild, welches uns zu einer Hacienda führte. Dummerweise fing es an zu regnen,
zwar warm, aber nass von oben ist immer irgendwie unangenehm. Ein PickUp-Fahrer erbarmte sich und nahm uns den Rest des
Weges mit. Wieder mal auf der Ladefläche bei strömenden Regen, dass hatten wir doch schon mal.
Die Farmer der Hacienda haben aus der Tatsache, dass viele Schildkröten bei ihnen auf den Feldern rumlaufen, ein Geschäft
gemacht. Das Ganze kostet Eintritt, dafür gibt es Gummistiefel und man kann über die Felder stapfen. Zunächst wurden wir
aber ziemlich blöd angemacht, wie wir es überhaupt wagen können, hier ohne Guide rumzulaufen! Wie leicht man sich hier doch
verlaufen könnte. Tja, wie schnell doch die Größenwahrnehmung sinkt, wenn man auf einer kleinen Insel lebt ...
Jedenfalls, die rumlaufenden Panzerträger waren riesig! Gleich oberhalb der Hacienda hat es einen Lavatunnel, sogar mit
Beleuchtung. Zurück in Santa Rosa nahm uns ein älterer Herr nach Puerto Aroya mit. Er wollte zwar dann doch einen Dollar pro
Nase, aber das ist okay.
08.01.05 - Rückreise auf Raten
Obwohl die Insel Santa Cruz nicht so groß ist, dauert die Busfahrt zum Flughafen, also einmal Durchquerung von Süd nach Nord
doch erstaunlich lange. Auch hier fällt der abrupte Wechsel der Klimazonen auf der Insel auf. Im Süden regnet es, im Norden
wüstenartige Landschaft. Baltra ist durch jenen schmalen Kanal von Santa Cruz getrennt, wo wir auch die erste Nacht auf dem
Boot verbrachten. Dieses Mal setzten wir mit der Fähre über das Hindernis. Auf der anderen Seite wird man mit PickUps zum
Flughafen gebracht.
Beim Rückflug nach Quito sassen wir dieses Mal auf der falschen Seite (links), sonst hätten wir unsere Bergerl noch mal bewundern
können. In Quito nächtigten wir wieder in der Casa Helbling. Ganz in der Nähe ist hier eine große Markthalle, wo man sich
mit Souvenirs aller Art eindecken kann.
09.01.05 - Wieder daheim
09.01. war dann schon wieder Rückflug angesetzt und am 10.01. sortierten wir daheim die Post. So schnell geht es. Was bleibt
ist die Erinnerung an ein äußerst kontrastreiches Land. Vom Hochgebirge bis zum Traumstrand gibt es alles in Ecuador. Also,
nix wie hin ... ;-)
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