| Aufgabe: | Ihr seit nun in die innere Schatzkammer Patagoniens vorgedrungen, das absolute Ziel dieser Reise winkt, der Cerro Torre. Doch dieser zeigt sich nicht jedem! |
07.01.03 El Chaltén |
Heute stand die Busfahrt nach El Chaltén an. Der nationalen Trekkinghochburg und
Ausgangspunkt für viele tolle Abenteuer an Cerro Torre, Fitz Roy und auf dem Inlandeis. Das
Dorf befindet sich mitten im Nirgendwo. Im Umkreis von 200 km ist keine weitere Ansiedlung.
Dennoch ist die große Weite hier meist nicht Wildnis sondern gehört Großgrundbesitzern. Die
brauchen soviel Platz, um genügend Futter für die ihre Viehherden zu bekommen, den für
üppige Vegetation ist der Großteil Patagoniens nicht bekannt. Damit die Kletterer schneller zu ihrem Berg kommen, hat man ein Drahtseil über den Fluß gespannt. Das ganze nennt sich "Tirolesa". Ich und der Hias konnten da nicht widerstehen und hangelten uns über den Fluß. Ein bißchen Abenteuer halt.
|
08.01.03 Cerro Torre |
Es ist vier Uhr morgens und der Hias schreit draußen rum. Er auch allen Grund dazu, keine Wolke am Himmel! Da gibts nur eines raus aus den Federn, die Moräne hoch und ... tja, es ist noch stockdunkel, jede Menge Sterne und dahinten eine schwarze Wand. Also wieder ins Zelt. An Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken. Um 5 Uhr wieder raus und tatsächlich, da steht er! Den folgenden Sonnenaufgang würdigen wir mit Fotos ohne Ende. Das war wirklich Wahnsinn. Alle 5 Minuten ergab sich eine vollkommenen andere Stimmung, die natürlich dokumentiert werden mußte. Frühstück gab es auf einer Moräne mit der wohl schönsten Kulisse, die man sich zu diesem Anlaß vorstellen kann!
|
09.01.03 Laguna de los Tres |
Vom Camp de Agostini wanderten wir heute weiter zum Camp Poincenot beim Fitz Roy. Der Weg
ist schön, aber es windete wieder ziemlich stark und meistens war es bedeckt. Vom Fitz
Roy konnte man nur die untere Hälfte sehen. Im Camp Poincenot sind alle Zeltplätze mit
einem Holzverbau gegen den Wind geschützt und das, obwohl der Platz mitten im Wald liegt.
Wir ahnten böses für die Nacht.
|
10.01.03 Piedra del Fraile |
|
11.01.03 Zurück nach El Chaltén |
Eigentlich wollten wir heute auf den Cerro Electrico. Von der Piedra del Fraile wäre
dies ohne Gletscherberührung wohl möglich. Genaueres hätten wir selbst vor Ort erforschen
müssen, da in den Führern relativ wenig darüber zu lesen war. Aber das Wetter war mal wieder
zu schlecht. Also zurück nach El Chaltén. Das letzte Stück ging auf einer Straße entlang, wo
uns ein Bus für ein paar Pesos mitnahm. |
12.01.03 Loma del Pliegue Tumbado (1570 m) |
Petrus hatte ein Einsehen und schenkte uns einen sonnigen Tag. Nicht auszudenken, was für
lange Gesichter es nach der gestrigen Diskussion gegeben hätte, wenn es heute regnen würde.
Unser Ziel war der Loma del Pliegue Tumbado, ein kleiner unscheinbarer Hügel inmitten all
der Traumberge hier, aber was für eine Aussicht!
Tief im Wald liesen wir uns zur Pause nieder und als kleine Showeinlage flog tatsächlich ein Papageienschwarm daher und sorgte im Baum neben uns für ordentlich Lärm. Klar, jetzt war Fotoshooting angesagt! Das Teleobjektiv von Flo war auf einmal sehr begehrt und jedes Geräusch wurde mit deutlichen Misfallens-Kundgebungen begleitet, um die Vögel ja nicht zu verschrecken. Doch für die existierten wir gar nicht.
Nach einer Weile führte der Weg raus auf eine sumpfige Wiese. Von hier ergab sich ein atemberaubender Blick auf den Lago Viedma. Von hier sind es noch 2h bis auf den Aussichtshügel. Das Busticket nach Calafate hatten wir bereits gekauft, allzu viel Zeit hatten wir nicht mehr, so legten wir einen Schlußspurt ein. Der Blick war der Wahnsinn, wie man leicht anhand nachfolgender Fotos feststellen kann ... |
El Chaltén, Fitz Roy, Adele, sogar das Inlandeis konnte man erahnen. Nur der Cerro Torre
steckte wieder in Wolken. |
Yeah! Strike! Cerro Torre ist abgelichtet, doch das Abenteuer ist noch nicht zu Ende ...