Tour 262 1801 m Benediktenwand, "Rampe-Rippe" Bayerische Voralpen Klettern 4+ 24.06.06    

Titel:

Schlamm, Schotter, Gras, Traumfels

Ausgangspunkt:

Benediktbeuern, "Alpenwarmbad" (617m)

Anfahrt von München:

München - Autobahn Richtung Garmisch - Ausfahrt Sindelsdorf - Benediktbeuern - Schildern Richtung "Alpenwarmbad" folgen.

Stützpunkt:

Tutzinger Hütte (1327m)

Route:

Zustieg Tutzinger Hütte
Am besten mit MTB. Vom Alpenwarmbad dem geteerten Weg dahinter folgen. Dieser wird bald zu einem guten Forstweg. Anfangs etwas steil auf diesem Weg bleiben. Nach dem man die Benediktenwand sieht und der Wanderweg zur Tutzinger Hütte abzweigt, bleibt man auf dem Schotterweg, bis dieser einen Bogen nach rechts macht. Nach der Kurve weiter gerade aus bis zur Materialseilbahn der Hütte. Bis hierher 10.5 km.
Nun in ca. 20 Minuten auf gutem Weg zur Hütte hochwandern.

Benediktenwand "Rampe-Rippe" (IV+)
(Rampe: G.Grätzer, F.Bachschmidt 1921, Rippe: E.Kokatt 1914)
Einstieg: Ca. 10min von der Hütte. Gerade zur Wand gehen, zum Beginn einer deutlichen Rampe.
1. SL (40m III): Dem großen Riss in der Rampe folgen, gerade hoch zum Stand.
2. SL (35m III): Zuerst nach rechts, bis nahe unters Dach, dann wieder linkshaltend zum Stand auf Absatz.
3. SL (30m II): Ausgesetzte Querung nach links zu weiteren Absatz.
4. SL (45m II): Eine Rinne gerade nach oben zu Stand an Felsblock.
5. SL (40m II): Vom Stand nach rechts ins Schottergelände. Hier gerade hoch. Stand irgendwann links an einem Felsblock.
Gehgelände (80m): Über grasdurchsetzte Schrofen zum Beginn des Pfeilers hochgehen. Stand findet sich direkt an diesem, nicht links davon in der Mulde!
6. SL (35m II): Gleich links neber der Rippe eine splitterige Rampe hoch zum Beginn eines Kamins rechts an der Rippe.
7. SL (35m III): Durch den Kamin und darüber zum Beginn eines weiteren.
8. SL (35m III): Noch ein Kamin.
9. SL (35m III+): Ein weiterer Kamin-Ansatz. Der aber bald nach links verlassen wird. Stand dann an der Rippe.
10. SL (35m IV-): Der erste Aufschwung wird links umgangen, ein Riss führt zurück zur Pfeilerkante.
11. SL (50m IV): Zunächst gerade hoch, über kleinen überhängenden Block. Darüber zunächst rechtshaltend, dann wieder linkshaltend leicht über die Rippe zum bequemen Absatz. Hier mussten wir selben einen Stand einrichten (Nachtrag 2008: gebohrter Stand existiert tatsächlich nicht)
(Nachtrag 2009: Der Stand wurde gefunden ;-) S. Imhof schrieb mir zur 11. SL: "Zunächst gerade hoch, über kleinen überhängenden Block. Darüber zunächst rechtshaltend, dann wieder linkshaltend eine Rinne/Rampe rauf bis zu einem Block direkt an der Rippe/Kante. Dort befindet sich der Stand. Der Absatz mit den Latschen (wo du vermutlich Stand gebaut hast) liegt ein paar meter höher.").
12. SL (35m II): Drei Meter hoch, dann zum nächsten Steilaufschwung. Hier auf einem Band nach rechts queren, bis das Gelände leichter wird.
13. SL (30m IV+): Links vom Stand leicht hoch, wieder direkt auf der Pfeilerkante. Die letzten Meter über einen glatten Block zum Ausstieg.

Abstieg
Nach dem Ausstieg muss man sich durch das Latschengestrüpp zum Haupt-Wanderweg kämpfen. Nun rechts direkt zur Tutzinger Hütte, oder noch eine schöne Überschreitung über den Gipfel dranhängen. Insgesamt 1h.

Charakter
Route sehr gut abgesichert. Dennoch ist es absolut empfehlenswert Material zum Selbersichern dabeizuhaben. Zumal oben ein Stand selber gebaut werden muss, da der zugehörige gebohrte Stand nur schwer zu finden ist, falls es ihn gibt (Nachtrag 2008: es gibt ihn nicht, stattdessen soll eine dicke Wurzel in Betracht gezogen werden). Der untere Teil dürfte das ganze Jahr über nass und schlammig sein. Oben wird die Route allerdings sehr schön.

Benediktenwand, Rampe-Rippe

GPS:

Material-Seilbahn Tutzinger Hütte (1218m): N 47.66264° E 11.46386°
Tutzinger Hütte (1327m): N 47.65755° E 11.46243°
Einstieg "Rampe-Rippe": N 47.65313° E 11.46158°
Benediktenwand (1801m): N 47.65316° E 11.46562°

Karte:

Kompass-Karte Nr. 6 "Walchensee, Wallgau, Krün", 1:50000

Führer:

Softrock-Führer "Genuss-Klettergärten südlich von München", www.softrock.de
Achtung, die oberen Seillängen waren in unserer Ausgabe für diese Tour nicht richtig eingezeichnet!

Link:

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Bergspezln:

Betty

Geschafft!

So oft sind wir schon an der Benediktenwand vorbeigefahren, auf der Garmischer Autobahn, da war es jetzt mal Zeit, dass ich da auch hochkomme. Dabei ist das eine wunderschöne Gegend hier, ein echtes Kleinod. Nur der Anmarsch ist weit, weswegen wir auf das MTB umgestiegen sind. Geht auch gleich zünftig steil los, bevor man eine gewisse Grundhöhe erreicht hat und die letzten Kilometer eher angenehm zu radeln sind. Eigentlich ist jede Abzweigung hier beschildert, wir erwischten genau die eine, die es nicht war, falsch natürlich. So kämpften wir uns durch das Unterholz, um doch noch festzustellen, dass die vor uns liegende Felswand nicht zu den Bayerischen Hausbergen gehört, weil völlig in der Pampa. Hätte man auch viel früher darauf kommen können, aber im Eifer des Gefechts. Also zurück und einfach den inzwischen anrückenden MTB-Massen folgen.
An der Material-Seilbahn heißt es dann absteigen, aber bis zur Hütte ist es nicht mehr weit. Der Einstieg zur Tour befindet sich quasi auch in Steinwurfweite. Die untere Rampe ist eigentlich überdacht, nur aus dem Gemäuer tropft es ohne Unterlass, so dass die ersten zwei Seillängen feucht und schlammig sind. Danach wird es mit jedem Meter besser und fester. Die letzten Seillängen führen mehr oder weniger direkt über eine Felsrippe und sind schöne Genusskletterei. Bald ist der Ausstieg erreicht und die Aussicht umfassend über das Bayerische Seenland. Die örtliche Steinbock-Gesellschaft gab sich auch ein Stelldichein, imposante Tiere! Wir fügten dem MTB-Fahren und Klettern noch Wandern hinzu und hatten somit den Bergtriathlon komplett. Der Rückweg über den Gipfel ist sehr empfehlenswert.

GPS-Koordinaten eigene Messung - Angaben ohne Gewähr (Datum: WGS 84 Positionsformat: Dezimal)

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