Reisebericht KanUSA 2024 - Sankt-Lorenz-Strom
Anreise von Maine mit Überquerung Sankt-Lorenz-Strom
Vom Baxer-State-Park machten wir uns auf den Weg zum Sankt-Lorenz-Strom. Das ist eine Tagesreise. In Maine fährt man dabei durch viel Wald und kommt dann recht unvermittelt zur Grenze nach Kanada. Die Einreise erforderte nur ein kleines
Interview durch den Grenzbeamten, ein paar Standardfragen zu unseren Plänen, das wars. Insgesamt problemlos. Mit dem Autovermieter hatten wir vorab geklärt, dass wir nach Kanada fahren dürfen.
Das Bild entstand beim Warten auf die Fähre in Rivière-du-Loup am Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms. Bis dahin führte die Straße in Kanada an der Grenze zur USA entlang durch die Provinz New Brunswick. Das ist relativ unspektakulär, viel
Farmgelände.
Der Sankt-Lorenz-Strom. Ob Fluß oder Meeresarm kann man, je weiter man nach Osten kommt gar nicht mehr richtig sagen. Was hier wohl die europäischen Entdecker fühlten, als sie zum ersten Mal den Strom flußaufwärts segelten?
Der erste, der auf dem Fluß bis nach oben segelte, war der Franzose Jacques Cartier 1535.
Wir überquerten den Strom mit der Fähre von Rivière-du-Loup nach Saint-Siméon, wo wir vorab einen Campingplatz gebucht hatten. Dort kamen wir sehr spät an, wurden aber sehr freundlich empfangen. Man kennt die Fahrpläne der Fähre.
Das ist auf dem Campingplatz von Saint Siméon. Ein echter Glücksgriff. Der Platz liegt direkt an der Steilküste über dem
Sankt-Lorenz-Strom. Es gibt schöne Aussichtsplätze, wo uns dieses Streifenhörnchen über den Weg lief. Wer früh genug dran ist, kann sich für sein Zelt Platformen mieten, welche direkt in den Steilhang gebaut wurden. Mit
Aussicht auf den Strom den ganzen Tag.
Das Bild wurde von einer der Aussichtplatformen am Campingplatz gemacht. Direkt am Ufer schwimmen Wale vorbei, in dem Fall ein Minkwal. Da könnte man natürlich stundenlang einfach nur auf den Sankt-Lorenz-Strom schauen. eine
Delpin-Gruppe bekamen wir auch zu Gesicht. Mein erster Gang frühmorgens führte mich also die Tage auf dem Campingplatz immer zum Aussichtsplatz.
Tadoussac
Das ist der Saguenay, der Fjord-ähnlich bei Tadoussac in den Sankt-Lorenz-Strom mündet. Beim Warten auf die Fähre sahen wie Belugas. Gut 2-3m große Zwergwale. Von denen gibt es nicht mehr allzu viele, aber wegen der schneeweißen Farbe
sind sehr auffällig und im dunklen Wasser gut zu sehen.
In Tadoussac ist heutzutage alles auf den Touristen ausgerichtet und es gibt viele davon. V.a. Whale-Watching-Touren werden angeboten. So würde dann ein Beluga-Wal aussehen, wie gesagt aufgrund der weißen Farbe leicht zu erkennen und sehr
auffällig.
Tadoussac liegt strategisch günstig in einer Bucht am Sankt-Lorenz-Strom und gleichzeitig an der Mündung des Saguenay-Fjords. In den Zusammenfluß erstreckt sich eine kleine Halbinsel. Eine Gruppe kleinerer Wale war vom Ufer aus gut zu
beobachten.
Anschließend ging es ins Restaurant direkt am kleinen Hafen. Hier kamen immer wieder kleine Touristengruppen, alle eingepackt in knalloranger Kleidung vorbei. Das sah aus wie ein Müllmänner-Kongress. Aber die wollten alle auf die kleinen Speedboote zum Whale-Watching.
Anschließend ging es ins Restaurant direkt am kleinen Hafen. Hier kamen immer wieder kleine Touristengruppen, alle eingepackt in knalloranger Kleidung vorbei. Das sah aus wie ein Müllmänner-Kongress. Aber die wollten alle auf die kleinen Speedboote zum Whale-Watching.
Tadoussac ist eine schon sehr alte Ansiedlung, um genau zu sein, war es 1600 die erste dauerhafte französische Ansiedlung in Neufrankreich. Falls das Hotel im Bild jemanden bekannt vorkommt, es diente als Kulisse im Film Hotel
New Hampshire.
Die Küste um Tadoussac ist ja vor allem von steilen Granitfelsen geprägt. Es gibt aber dazwischen auch einen Sandstrand mit Düne, die "Maison des Dunes". Aber das Wasser bleibt sehr kalt, nix mit Badeurlaub.
Sonnenuntergang. Das zumindest mich an Afrika erinnernde Zwielicht stammte aber nicht von viel Luftfeuchtigkeit in der Luft. Nein, wir erfuhren später, im Westen von Kanada brannten wieder die Wälder und die Rauchschwaden dämmten hier
weit im Osten das Sonnenlicht.
Whale Watching
Die Farben von Kanada und der Provinz Québec.
Wir hatten die obligatorische Whale-Watching-Tour gebucht. Daran kommt man nicht vorbei, wenn man in der Gegend um Tadoussac ist. Gilt ja auch als mit die beste Gelegenheit weltweit, um auch richtig große Wale zu sehen.
Den ganzen Tag hatte es Nebel über dem Meer, aber es war trocken, dafür kalt. So standen wir also an der Reling und starten in den Nebel auf der Suche nach Bewegungen auf der Wasseroberfläche.
Das ist eines der Speed-Boote. Ob man ein großes oder kleines Boot nimmt, schnell oder langsam, ist ziemlich egal. Am Ende landen eh alle an der gleichen Stelle, weil eines dem anderen folgt, in der Hoffnung, der jeweils andere könnte was
gesichtet haben. Wir sahen jedenfalls erstmal nix.
Ha, aber dann zurück an der Küste sahen wir doch noch recht viele Minkwale ziemlich nah und ein paar Belugas.
Vom Aussichtspunkt bei der Fähre nach Tadoussac würde man auch ohne Bootsfahrt viele der Tiere sehen. Das vielleicht als "Geheimtipp", oder vielmehr
der "Spartipp".
Mit diesem Boot waren wir unterwegs auf "Walfotofang".
L'Anse-Saint-Jean
Das ist ein Viewpoint hoch über L'Anse-Saint-Jean. Mit Auto einfach zu erreichen, deswegen beliebt. Man sieht über den Fjord du Saguenay. Mit der Stromtrasse wird Québec von Labrador aus versorgt.
Der Fjord du Saguenay ist 100km lang, 278m tief und bis zu 3km breit. Der Fjord ist für Hochseeschiffe machbar, weswegen es weit oben beim Hauptort Saguenay einen großen Hafen gibt.
Sentier Les Caps
Fjord du Saguenay
Wandern, T2
Tour am 15.08.2024 ✔
| Fakten | |
|---|---|
| Ausgangspunkt: | L'Anse-Saint-Jean, Hafen |
| Höhenmeter: | 200m |
| Zeit / Strecke: | 2h, 4km |
| Markierung: | Gibt nur den einen Weg |
| Anforderung: | Keine Besonderen |
| Besonderheit: | Kurzer Ausflug zu Ausguck über den Fjord |
Kartendaten: ©
OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: ©
OpenTopoMap (CC-BY-SA)
GPS
Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)20240815_LAnseStJean_CapView.gpx (Download GPX-Datei)
Ausgangspunkt
L'Anse-Saint-Jean. Im Ort zum Hafen fahren, dort Parkplatz. Am Ende der Straße gleich dahinter beginnt der "Sentier Les Caps".
Einkehr
Unterwegs keine.
Wegschreibung
Der Sentier Les Caps würde von L'Anse-Saint-Jean bis nach Petit Saguenay führen. Immer nahe an an der Küste, aber ziemlich weit oben. Wir sind bis zum ersten Ausguck gelaufen und auf dem gleichen Weg zurück.
Charakter
Es gibt nur den einen Weg. Der ist gut ausgebaut und ohne Probleme zu begehen.
Weitere Infos
-
Bis zur geplanten Kajakfahrt auf dem Fjord mussten wir noch etwas Zeit totschlagen. Also starteten wir eine kleine Wanderung, beginnend gleich am Hafen in L'Anse-Saint-Jean.
Ziel war dieser Lookout hoch über dem Fjord. Bis dahin geht es durch einen urig schönen Wald.
Eine riesige Raupe, gute 8cm lang. Der Nachwuchs eines nachtaktiven Schwärmers, eine ganz ähnliche Art, oder sogar die gleiche (?), hab ich bei uns am Ammersee auch entdeckt. Ligustenschwärmer, Windenschwärmer?
Am Beginn, bzw. Ende der Wanderung. Von hier sind wir dann später in Richtung der Insel auf den Fjord hinaus gepaddelt.
Schließlich ging es zum Seekajaken mit der lokalen Agentur "Fjord en Kayak".
Letztendlich wurde es eine kleine abendliche Runde der Bucht, in welcher L'Anse-Saint-Jean liegt. Angeleitet wurden wir von einem ausgewanderten Franzosen. Mit dabei auch eine Familie aus dem New York State.
Man erzählte uns was über die Leute in New York, entweder "they made a deal" oder sie leben in ganz komischen Umständen und die Leute aus Maine versteht man im restlichen Amerika auch nicht.
Ach ja, herrlich, das führte bei mir zu nostalgischen Gefühlen, Brotzeit im Stirnlampenschein nach getanen Werk am Auto. Der Kayak-Guide hatte uns ja von den Waldbränden in Westkanada erzählt, die Ursache für das diesige Wetter und der
rot leuchtenden Sonne. Jetzt leuchtete sogar der Mond rot.
Géant Lookout (344m)
Fjord du Saguenay
Wandern, T2
Tour 773 am 16.08.2024 ✔
| Fakten | |
|---|---|
| Ausgangspunkt: | Parc National du Fjord-du-Sagueanay, Besucherzentrum Baie Éternité, Parkplatz P3 (10m) |
| Höhenmeter: | 500m |
| Zeit / Strecke: | 5h, 11km |
| Markierung: | Sehr gut ausgeschildert |
| Anforderung: | Keine Besonderen |
| Besonderheit: | Hoher Aussichtspunkt über den Fjord |
Kartendaten: ©
OpenStreetMap-Mitwirkende, SRTM | Kartendarstellung: ©
OpenTopoMap (CC-BY-SA)
Ausgangspunkt
Parc National du Fjord-du-Sagueanay, Besucherzentrum Baie Éternité, Parkplatz P3 (10m). Stichstraße zur Bucht am Fjord von Rivière-Éternité.
Einkehr
Unterwegs keine.
Wegschreibung
Noch vor dem Besucherzentrum findet sich rechts der Parkplatz P3. Hier sind diverse Routen ausgeschildert. Auch der zum Géant Lookout. Zuerst überquert man den Rivière Éternité auf einer Brücke, dann geht es durch den Wald hinab zum Ufer. Entlang eines Bachs steigt man schließlich steil hoch. Bei den Abzweigungen (beschildert) hält man sich links und wandert schließlich über einen Kamm hinaus zum Aussichtspunkt auf einen Granitfelsen.
Charakter
Weg ist gut ausgebaut und beschildert. Zudem auch sehr beliebt.
Weitere Infos
-
Übersicht für den "Secteur de la Baie Éternité" des Nationalparks.
Baie Éternité in der Nähe des Besucherzentrums.
Vom Besucherzentrum Blick auf den Wald, durch den dann der Aufstieg zum Géant Lookout führt.
Am Parkplatz und Ausgangspunkt wird man schon mal umfassen informiert.
Über dem Besucherzentrum hat es schöne Granitwände. Hier führt auch irgendwo ein Klettersteig durch, für den man allerdings einen Guide buchen muss.
Nach einem Gegenanstieg am Beginn der Wanderung geht es am Strand entlang, mit schönen Blick auf die Granitwände am Fjord.
Entlang eines Baches beginnt dann der eigentliche Aufstieg zum Lookout.
Von weiter oben hat man einen Blick hinab zum Startpunkt in der Bucht, in der auch das Besucherzentrum liegt.
Insgesamt war auf diesem Weg recht viel los, auch wenn es hier nicht so aussieht. Am Aussichtspunkt, eine Granitplatte hoch über dem Fjord, waren die freien Plätze durchaus rar.
Am Gipfel waren viele Streifenhörnchen unterwegs, bei so vielen Besuchern fällt auch zwangsläufig etwas Futter für die kleinen Nager ab. Runter ging es für uns den gleichen Weg wie hoch.
Saguenay
Wir fuhren noch weiter nach Norden, nach Saguenay. Man könnte meinen, je weiter nördlich umso mehr Wildnis, in diesem Fall ist Saguenay aber ein richtig großer Industrieort.
Die Rauchschwaden aus Westkanada sorgten wieder für Zwielicht.
In dem Motel unserer Wahl stieg auch eine Harley-Davidson-Crew ab. Alle über weit über 60. Also keine Gefahr ...
Reichhaltiges Frühstück im "Coco Frutti".
Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl


