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Diese Tour ist Teil eines größeres Projekts:
Übersicht "Fortgesetzt durch die Alpen"
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6. Etappe:
Von der Fischbachalm geht es über einen parallel zur Isar im Tal verlaufenden Kamm mit vielen Grasbergen nach Vorderriß. So viel Gras hat es aber eigentlich nicht, dafür umso mehr
Latschen. Es handelt sich zwar um einen offiziell markierten Wanderweg, der aber doch ziemlich dünn und streckenweise schwer zu finden ist. Ein ziemlich ruhiger Teil in der sonst so viel
besuchten Soierngruppe.
| Fakten | |
|---|---|
| Ausgangspunkt: | Fischbachalm (1405m) |
| Höhenmeter: | 1000 Hm |
| Zeit / Strecke: | 6h, 16.7km |
| Markierung: | Markierter Steig. Streckenweise schwierig zu finden. |
| Anforderung: | Nicht zu unterschätzen. Ein dünner Pfad in stellenweise abschüssigen Steilflanken. |
| Besonderheit: | Die absolute Ruhe. |
Ausgangspunkt
Fischbachalm (1405m)
Stützpunkt
Fischbachalm (1405m)
Route
Die Beschreibung der Route beginnt bei der Fischbachalm, welche auf den Weg von Krün zum Soiernhaus liegt. Von Krün benötigt man ca. 2h bis hierher, weiter bis zum Soiernhaus wäre es noch gut eine Stunde.Die Fischbachalm liegt dabei in einem breiten Sattel. Der beschriebene Weg führt dabei zum Großteil über den bewaldeten Kamm, der sich oberhalb der Isar nach Osten in Richtung Vorderriß erstreckt. Markantester Punkt ist der Hohe Grasberg. Die erste Schwierigkeit besteht dann schon mal darin, den richtigen Einstieg zu entdecken. Es handelt sich zwar um einen wie üblich markierten "offiziellen" Wanderweg (Nr. 369), jedoch wird dieser nicht so oft begangen. Die Wegspuren sind also nicht sehr ausgeprägt.
Bei der Fischbachalm darf man nicht den etwas offensichtlichern Steig nehmen, der rechts um den Berg in dessen Steilflanke führt und schließlich bei einem Graben endet. Stattdessen muss man vor der Fischbachalm ziemlich gerade hoch über eine Wiese laufen (Richtung Nordost). An einem Baum entdeckt man schließlich das erste rot-weiße Täfelchen und hat den richtigen Einstieg gefunden. Vom Hauptweg Krün - Soiernhaus ist das nicht zu sehen, es fehlen auch Schilder.
Man folgt nun den Weg aufwärts, er quert zunächst auch in der südlichen Steilflanke, nähert sich dann aber bald den bewaldeten Kammrücken. Aus dem sticht der Hohe Grasberg eindrucksvoll heraus. Auf manchen Karten ist noch ein direkter Anstieg von Westen her eingezeichnet, der ist aber weitgehend zugewachsen. Stattdessen quert man südlich unterhalb des Hohen Grasbergs zu einer kleinen Alm, die eigentlich nur aus einer fast verfallenen Holzbaracke besteht. Dahinter verschwindet der Weg in den Latschen und man muss nun aufpassen, um den Weg nicht zu verlieren.
Zwischen Grasberg und Untergrasberg erreicht man einen kleinen Sattel. Hier wurde links ein Zugang zum Hohen Grasberg ausgeholzt (schwache grüne Markierungen). Auch der weitere Weg nach Osten (rechter Abzweig) zum Untergrasberg und zur Grasbergalm ist grün markiert. Man quert dabei leicht unterhalb des Untergrasbergs vorbei, der Gipfel wird nicht direkt betreten. Durch die ausgedehnten Latschenfelder wurde ein schmaler Korridor ausgesägt. Der Weg ist nicht direkt markiert, man muss also auf Weg- und Sägespuren achten, um immer die richtige Gasse zu erwischen.
Schließlich wird die doch recht weitläufige Grasbergalm sichtbar. Dorthin muss man aber zunächst doch recht steil absteigen, wieder durch Latschen, bevor man freies Wiesengelände erreicht. Hier ist kein eindeutiger Weg mehr vorhanden. Begeht man den Weg in umgekehrter Richtung, so ist der richtige Einstieg zur Latschengasse durch einen grünen Punkt auf einen Baumstamm markiert.
Man steigt nun zur Alm ab. Über die restlichen bewaldeten Kuppen in Richtung Vorderriß führt nun kein eindeutiger Weg. Deswegen ist es einfacher, auf den Zufahrtsweg für die Alm nach Süden zum Fischbach hinabzusteigen. Hier trifft man auf eine breite Forststraße, der Soiernweg, welcher Vorderriß mit dem Kessel unter dem Soiernhaus verbindet. Auf diesem wandert man nun ins Rißbachtal hinaus. Der Soiernweg macht schließlich oberhalb des Rißbaches einen Bogen nach links. Kurz bevor man die Isar erreicht, kann man rechts das meist trockene Bett des Rißbaches überqueren und ist in Vorderriß. Hier hat man Anschluß zum Bergsteigerbus, welcher im Sommer zwischen Lenggries und der Eng verkehrt.
Charakter
Wenig begangene Route in der Soierngruppe. Die Einstiege für die Kammüberschreitung sind von beiden Richtungen nur schwer zu finden. Spärliche Markierungen. Große Latschenfelder, durch die eine Gasse ausgesägt wurde. Man muss auf Wegspuren und abgesägte Stümpfe achten, um nicht vom Weg abzukommen.
Weitere Infos
-
Verlaufen
Von der Fischbachalm war der Weg für mich klar, es gab ja nur diesen einen Pfad in der Wiese. Der führte rechts herum in eine Steilflanke. Der Weg wurde immer dünner, die Flanke immer
steiler. Wunderschön zwar, aber das konnte nicht stimmen. Ein Blick auf das Smartphone, okay, ich war so etwa 200m unterhalb des richtigen Weges. Die Flanke hochkrabbeln kam nicht in
Frage. Also den ganzen Weg zurück zur Fischbachalm und nochmal suchen. Am obersten Ende der Almwiese entdeckte ich dann an einem Baum auch die Plakete, welche den Einstieg zum
richtigen Wanderweg ("Nr. 369") markiert.
Zunächst geht es hoch in Richtung Hoher Grasberg, der auch bald in Sicht kommt. Den wollte ich eigentlich schon mitnehmen, hatte nun aber wegen meines Verhauers frühmorgens Zeit
verloren und am Nachmittag einen wichtigen Termin. Der Bus von der Eng nach Lenggries fährt im Frühjahr unter der Woche am Nachmittag nur einmal. Auf meinen Karten war auch noch ein
Weg von Süden her auf den Grasberg eingezeichnet, der ist mittlerweile aber weitgehend zugewachsen. Zu nieseln fing es jetzt auch noch an. Also gut, dann eben ein anderes Mal.
Direkt unter dem Hohen Grasberg findet sich in der Südseite ein kleiner Unterstand für Ziegen. Danach wird der Weg nochmal merklich schmaler. Im Sattel zwischen Grasberg und
Untergrasberg trifft man auf eine Abzweigung nach links (grün markiert). Dies wäre der Zustieg zum Grasberg, aber den ließ ich jetzt links liegen. Am Untergrasberg quert man knapp
unterhalb des höchsten Punktes südlich vorbei. Man folgt einer durch die Latschenfelder ausgesägten Gasse. Schließlich kommt die Grasbergalm in Sicht, zu der es steil hinabgeht.
Man erreicht schließlich die freie Almwiesen. Hier aus umgekehrter Richtung den Einstieg zur Latschengasse zu finden, dürfte nicht einfach sein. Mein Tipp, auf grüne Punkte an
Baumstümpfen Ausschau halten.
Hier traf ich an diesem Tag auch auf den einzigen anderen Wandersmann. Die Grasbergalm liegt wunderschön, macht aber einen sehr verlassenen Eindruck. Es hat auch ein Gebäude, welches
einen wirklich richtig alten Eindruck macht, als ob es hier schon seit Jahrhunderten steht. Interessant ist auch eine Konstruktion mit vielen kreisförmig aufgestellten Masten. Was ist
das? Ein modernes Stonehenge?
Unweigerlich wird man neugierig, zum Glück warnt aber noch rechtzeitig ein Schild, es handelt sich um eine automatisch ausgelöste Gamsfangstation! Die werden hier zu wissenschaftlichen
Zwecken eingefangen und ich könnte mir gut vorstellen, dass auch schon der ein oder andere Wanderer ins Netz ging.
Ab der Alm konnte ich über die restlichen bewaldeten Kuppen keinen Weg mehr ausmachen, weswegen ich auf den Forstwegen nach Süden hinab zum Soiernweg stieg. Der ist v.a. bei
Fahrradfahrern recht beliebt. Zum Wandern ist er jetzt eher nicht so der Hit, aber ich hatte ja nun drei aufregende Tage von Mittenwald bis hierher hinter mir, da konnte ich auch
einfach mal nur Strecke machen.
So kam ich wieder an der Isar an und überquerte wieder den Rißbach in seinem Schotterbett. Wie schon letztes Jahr, als ich in umgekehrter Richtung mit dem Fahrrad unterwegs war. Das
Wirtshaus in Vorderriß hatte offen und ich erwischte gemütlich den Bus nach Lenggries.
Stephan unterwegs am 25.06.2020
Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl
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