| Kommentare zur Tour: | ansehen | anfügen |
Der zentrale Teile der berühmten Klettersteige über die Felsbänder im zerklüfteten Brenta-Gebirge.
| Fakten | |
|---|---|
| Ausgangspunkt: | Madonna di Campiglio (1552m) |
| 1. Tag Vallesinella / Rifugio Alimonta: | 1000Hm, 8.0km, 4.5h |
| 2. Tag Rif. Alimonta / Rif. Tuckett: | 500Hm, 6.5km, 7.5h |
| 3. Tag Rif. Tuckett / Rif. Graffer: | 200Hm, 4.4km, 2h |
| 4. Tag Rif. Graffer / M.d.Campiglio: | -800Hm, 8.1km, 2.5h |
| Markierung: | Weitgehend sehr gut markiert |
| Anforderung: | langer Klettersteig, viele Leitern |
| Besonderheit: | Durchquerung eines sehr eindrucksvollen Gebiets der Alpen. |
GPS
Gesamte TourDynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)
20250826_Brenta_gesamt.gpx (Download GPX-Datei)
Aufstieg zum Rifugio Alimonta
Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)
20250826_AufstiegAlimonta.gpx (Download GPX-Datei)
Sentiero Bocchette Alte
Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)
20250827_BocchetteAlte.gpx (Download GPX-Datei)
Rifugio Tuckett - Rifugio Graffer
Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)
20250828_RifugioGraffer.gpx (Download GPX-Datei)
Abstieg nach Madonna di Campiglio
Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)
20250829_Abstieg_MadonnaDiCampiglio.gpx (Download GPX-Datei)
Ausgangspunkt
Madonna di Campiglio (1552m)Im Ort einen Parkplatz zu finden ist schwer und teuer. Es gibt nur ein Parkhaus, in dem man das Auto auch für mehrere Tage stehen lassen kann und vernünftige Preise hat: Parcheggio Spinale in der Via Monte Spinale (Stand 2025).
Vom Parkhaus fahren Shuttlebusse zum Ausgangspunkt am Parkplatz am oberen Ende des Tals Vallesinella. Dorthin darf man auch mit Privat-PKW. Aber 2025 war das offiziell nicht an allen Tagen erlaubt.
Zwecks Details forsche man auf der Website des Adamello-Brenta-Naturparks: www.pnab.it
Stützpunkte
Im Brenta-Gebiet gibt es eine ganze Reihe an Hütten, die aber alle sehr beliebt sind. Man muss hinsichtlich Begehungsrichtung und Etappen flexibel sein, wenn man die Tour spontan plant. Dann stehen die Chancen nicht schlecht, auch kurzfristig noch loslegen zu können. Ich habe nur die Hütte aufgelistet, welche wir nutzten. Es gibt noch mehr, die für Mehrtagestouren in Frage kommen würden.Rifugio Alimonta (2580m). Private Hütte, liegt bereits sehr hoch und quasi direkt an den Startpunkten der Klettersteige in alle Richtungen.
Rifugio Tuckett (2272m). Dank Nebenhütte sehr groß.
Rifugio Graffer (2261m). Liegt im Skigebiet. Im Sommer etwas abseits der großen Routen. Von daher gute Chancen, einen Platz zu bekommen.
Tag 1: Vallesinella - Rifugio Alimonta
Vom Parkplatz im Vallesinella (1510m) steigt man zunächst zum Rifugio Casinei (1850m). Von dort geht es weiter zum Rifugio Brentei (2182m). Hier geht man links eine Kar hoch. Schon recht weit oben, zweigt man unter einem markanten Felsturm nach rechts ab, und steigt zum Rifugio Alimonta hoch. Das liegt auf einem großen, felsigen Plateau eingebettet zwischen all den Brenta-Zinken.Es handelt sich um einen gut zu begehenden Wanderweg (T3). Sehr aussichtsreich, ausgesetzte Stellen gibt es eigentlich keine.
Tag 2: Rifugio Alimonte - Sentiero Bocchette Alte - Rifugio Tuckett
Vom Rifugio Alimonta hat man zwei Möglichkeiten, man kann direkt weiter aufsteigen und unter dem Sfulmini-Gletscher links in eine Scharte queren. Dort fängt der Umberto Quintavalle - Klettersteig an, der zu einer Scharte führt, die auch durch die nachfolgend beschriebene Variante erreicht wird.Dazu steigt man von der Alimonta auf dem Hüttenweg gut 15min ab und folgt dann dem Schild zum Detassis Klettersteig. Es geht am rechten Rand hoch in ein Schuttkar hinein. Am Ende steil ansteigend zu einer Rinne, links auf einem Band findet sich eine Plakette und der Einstieg zum Detassis. Hier fängt eine endlose Leiternreihe an, die zur oben beschriebenen Scharte führt und weiter über noch mehr Leitern auf das breite Gipfelplateau des Spallone dei Massodi. Dieses wird überquert, jenseits geht es über eine lange Leiter hinab zu einem Verbindungsgrat, an diesen entlang queren, dann über eine lange Leiter hoch zum Spalla di Brenta, den höchsten Punkt. Nun beginnen auf der Ostseite die Querungen auf Bändern, für die dieser Klettersteig berühmt ist. An einer Stelle gibt es in einem Couloir eine Unterbrechung, ehemals querte der Klettersteig die Rinne aus, was nach einem Felssturz nicht mehr möglich ist. Stattdessen gibt es nun eine Seilbrücke. Jenseits die nun schwierigste Passage, glatt und ausgesetzt, sowie sehr steil geht es wieder hoch zur Fortsetzung des Bandes. Man quert nun unter der Cima Brenta entlang, das Garbari-Band. An einer Plakette würde der ungesicherte Anstieg zum Gipfel erfolgen (3, Steinmänner).
Ansonsten steigt man dahinter ab. Über wiederum viele Leitern geht es hinab bis zur Bocca del Tuckett. Unter der Rinne war ehemals ein Gletscher, der aber nur noch in sehr spärlichen Resten da ist. Der Weg zur Tuckett-Hütte führt am rechten Rand im Abstiegssinn hinab. Der ehemals markierte Weg ist im oberen Teil nicht mehr begehbar. Man bewegt sich nun zwischen dem vom Gletscher hinterlassenen Schutt und der glatten Felswand hinab. Die Passage ist noch in Bewegung, Vorsicht ist hier geboten!
Weiter unten ist der markierte Weg wieder begehbar und dieser führt direkt zur Tuckett-Hütte. Alternativ kann man von Tuckett-Scharte kurz den Benini-Klettersteig aufsteigen und dann auf dem Sentiero B. Dallagiacoma zur Tuckett-Hütte absteigen. Dies ist vielleicht aktuell die sicherste Variante. Im August 2025 war dieser Weg wegen eines Felssturzes aber auch gesperrt.
Lange Tour, die sicheres Wetter und gute Kondition erfordert, auch wegen der langen, steilen Leiterpassagen. Die ehemals vorhandenen Gletscher sind nur noch als Reste übrig, auf Steigeisen oder gar Pickel wird man in der Regel verzichten können. Abgesehen man startet früh in der Saison.
Die Brenta erscheint derzeit (2025) sehr aktiv, es gab und gibt einige Felsstürze, 2025 war deswegen auch der Benini-Klettersteig gesperrt. Der direkte Abstieg von der Bocka del Tuckett zur Hütte ist derzeit nur als Steigspuren im vom Gletscher hinterlassenen Schutt erkennbar. Die obere Passage in der engen Rinne ist sehr steinschlaggefährdet. Bis sich ein neuer Weg etabliert oder gar eingerichtet wird, wird noch dauern (Stand 2025).
Tag 3: Rifugio Tuckett - Rifugio Graffer
Wir wollten eigentlich den Klettersteig Alfredo Benini als Fortsetzung des Steigs vom Vortag gehen. Dazu hätten wir wieder zur Bocca del Tuckett aufsteigen müssen. Aber der war erstens wegen eines Felsstutzes im Sommer 2025 gesperrt und zweitens war das Wetter viel zu schlecht. So hatten wir überlegt gleich ganz abzusteigen, aber so auf die Schnelle hätten wir im Tal auch keine bezahlbare Unterkunft gefunden. Dann lieber Halbpension auf der Hütte. So nahmen wir im Regen den direkten Weg vom Rifugio Tuckett zum Rifugio Graffer. An sich ein sehr schöner Weg unterhalb der großen Wände durch ein Felslabyrinth.Einfacher Wanderweg, T2. Nur wenig Höhenmeter.
Tag 4: Rifugio Graffer - Monte Spinale - Madonna di Campiglio
Vom Rifugio Graffer überquert man eine Hochebene zum Monte Spinale (2103m), von dort geht es steil hinab nach Madonna die Campiglio. Vom Monte Spinale kann man auch die Gondel nach unten nehmen.Einfache Wanderwege, durchgehend markiert, T1.
Sprosse für Sprosse
Nach der Ankunft im sündhaft teuren SchickiMicki-Ort Madonna di Campiglio mussten wir uns erstmal für den nächsten Tag eine Taktik überlegen, weil (bezahlbare) Parkplätze zumal für
mehrere Tage sind rar. An sich kann man in das Vallesinella fahren und dort parken, aber laut Homepage Naturpark-Verwaltung Adamello-Brenta nicht Di und Fr. Also braucht man den
Shuttle-Bus, der dann aber auch nur um 8.30 Uhr fährt. Das einzige Langzeit-Parkhaus in Madonna geht dann auch nur bis 2.20m Einfahrthöhe, zu wenig mit Dachbox.
Es musste ein Plan her.
Frühmorgens dann Kommando zurück, was auf der Homepage verkündet wurde, stimmte so alles nicht. Wir hätten direkt ins Vallesinella fahren können, der Shuttle-Bus fährt auch den ganzen Tag.
Italien halt. Aber wo wir schon mal hier waren, nahmen wir die Dachbox ab, stopften alles ins Auto, parkten in der Tiefgarage und fuhren mit dem Shuttle-Bus zum Parkplatz Vallesinella.
Dort geht der steile Anstieg hoch in die Brenta los.
Das ist ein Naturpark, hier gibt es noch Bären und die entsprechenden Warnschilder gleich am Anfang der Wanderwege. Wenn der Bär angreift ruhig hinlegen, Hände in den Nacken und sich
nicht bewegen. Hm, da braucht man wohl Nerven wie Stahlseile.
Wir hatten bestes Wetter, die erste Etappe führt bis zum Rifugio Casinei (1850m). Es geht sehr steil im Wald hoch. Am Rifugio gab es für unds den Frühstückskaffee, den ersten hatten
wir wegen dem vermeintlichen Stress mit Parkhaus und Shuttle-Bus verpasst. Vom Rifugio Casinei hat man schon mal einen super Blick rüber zu Presanella und Adamello.
Über der Hütte kommt man aus dem Wald und marschiert nun den eindrucksvollen Dolomitentürmen der Brenta entgegen. Eine Querung führt in das Tal mit dem Rifugio Brentei (2182) unter
der eindrucksvollen Wand von Cima Tosa und dem Crozzon di Brenta. Dazwischen die Tosa-Rinne. Lange Zeit eine große Wunschtour von mir, hat nie geklappt. 900m, ca. 45° Eis. Vom
Gletscher in der Rinne ist aber nur noch ein trauiger Rest im Mittelteil übrig, der Rest ist beinahe komplett ausgeapert.
Vom Rifugio Brentei führt seitlich eine Rinne unterhalb der Cima Brenta hoch zum Rifugio Alimonta. Ein anstrengender Aufstieg durch Schuttrinnen. Das privat geführte Rifugio liegt
auf einem großen Felsplateau mit ganz großen Ausblick auf die Brenta-Wände rundherum. Die ganze Zeit habe ich aber keine Kletterer gesehen, kaum zu glauben, bei den Wänden.
Das Rifugio ist nicht gerade billig und war ziemlich voll. Oberhalb liegt der Sfulmini-Gletscher, auch der nur noch in Resten vorhanden. Das Essen war gut, das Zimmer mit zwei
Stockbetten auch.
Wir wählten für unseren Aufstieg zum Bocchette Alte den Detassis-Klettersteig, dazu muss man erstmal ein paar Meter absteigen, um in die Felsrinne nebenan zu kommen. Trotz voller
Hütte war dann tagsüber erstaunlich wenig los. Das Wetter hielt fast den ganzen Tag, morgens blieb der Nebel im Tal, ein wunderschöner Anblick mit den Berginseln im Wolkenmeer.
Der Zustieg zum Beginn des Detassis-Klettersteig ist im engen Schuttkar doch etwas anstrengend, aber mit den steilen Felswänden ringsherum schon mal sehr eindrucksvoll. Ab Einstieg
beginnt dann eine endlose Leiterserie, auf Bändern kann man sich aber immer wieder ausruhen. Das geht so dahin, bis man den Spallone dei Massodi mit seinen breiten Gipfelplateau
erreicht hat. Dahinter geht es gleich mit einer langen Leiter wieder bergab nur um gleich wieder aufzusteigen. Hier kamen uns dann die ersten Leute aus der anderen Richtung entgegen.
Ab hier beginnen auch die berühmten Brenta-Bänder, man wandert horizontal hoch in der steilen Wand auf Felsbändern.
An einer Steile durchschneidet eine tiefe Rinne diese Bänder. Ehemals querte der Weg diese Rinne durch deren Grund einfach aus, man konnte die Markierungen noch sehen, aber ein
Felssturz hat diesen Weg unmöglich gemacht. Stattdessen wurde nun eine Seilbrücke installiert, dahinter geht es dann sehr steil und direkt hoch, nun die Schlüsselstelle der Tour.
Man könnte ungefähr von hier auch auf die Cima Brenta aufsteigen, das ließen wir jedoch weg. Hätte sich auch nicht rentiert, zumindest zwecks Aussicht. Nur 10min später stieg der
berüchtigte Brentanebel doch recht unvermittelt plötzlich auf und man sah kaum noch was.
Nun geht es wiederum an vielen Leitern bis zur Bocca del Tuckett sehr steil und ziemlich lang hinab. In der Scharte führt der direkte Weg zur Hütte durch eine ehemals auch mit
Gletscher gefüllte Rinne. Vom Gletscher sind nur noch Eisbrocken übrig, das ganze Gelände in der Rinne ist quasi in Bewegung, zumindest im oberen Teil. Der ehemals markierte
Abstiegsweg zur Hütte ist oben auch nicht mehr begehbar. Anhand von Steigspuren muss man sich im losen Schutt selber einen Weg suchen, nicht ganz ohne. Im Nachhinein wäre es besser
gewesen, kurz über den Benini-Klettersteig aufzusteigen, um dann einen markierten Weg zur Hütte zu folgen.
Auf der Tuckett-Hütte waren Betty und ich schon mal vor x Jahren. Damals in einem erbärmlichen Zustand. Inzwischen wurde die Hütte renoviert und ist in einem super Zustand, nicht mehr
wiederzuerkennen. So verbrachten wir einen angenehmen Abend auf der Hütte.
An sich wollten wir den Benini-Klettersteig machen. Aber der war erstens wegen eines Felsstutzes gesperrt und zweitens war das Wetter viel zu schlecht. So hatten wir überlegt gleich
ganz abzusteigen, aber so auf die Schnelle hätten wir im Tal auch keine bezahlbare Unterkunft gefunden. Dann lieber Halbpension auf der Hütte. So nahmen wir im Regen den direkten Weg
zum Rifugio Graffer. An sich ein sehr schöner Weg unterhalb der großen Wände durch den Felslabyrinth. Wir kamen ziemlich nass an der Hütte an, die liegt direkt neben einem Lift und
im Winter auch im Skigebiet. Viel war aufgrund des Wetters nicht los auf der Hütte, nur eine Summit-Club-Gruppe, die denselben Zeitplan wie wir hatten. So wurde es ein entspannter Tag
auf der Hütte.
Wetter war nicht ganz so schlecht, wie tags zuvor, aber immer noch neblig. Der Weg vom Rifugio Graffer zurück nach Madonna di Campiglio wäre bei schönen Wetter natürlich wieder sehr
toll gewesen, aber auch so konnte man erahnen, in welche großartiger Umgebung man unterwegs ist. Es geht über ein Plateau zum Monte Spinale. Hier endet die Seilbahn von
Madonna di Campiglio. Beim weiteren Abstieg kommt man dann wieder durch Bärengebiet, der Weg endet dann ziemlich genau am Parkhaus für den Vallesinella Shuttle-Bus.
Stephan unterwegs mit Betty, Jana und Fabi vom 25.08. - 29.08.2025
Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl
Kommentare zur Tour
(Kommentar hinzufügen)Derzeit keine Kommentare vorhanden
Kommentar hinzufügen
Hier könnt ihr Anmerkungen loswerden, welcher Art auch immer.
Regeln:
Bitte kein HTML verwenden (wird rausgefiltert). Ich behalte mir vor, Kommentare zu löschen, falls sie nicht zum Thema passen, oder sonstwie unsachgemäß sind.

