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Üppige Natur mit bizarren Felsformationen im Velebit
| Fakten | |
|---|---|
| Ausgangspunkt: | Wanderparkplatz Anfahrt nach Veliko Rujno (656m) |
| Höhenmeter: | 640Hm |
| Zeit / Strecke: | 7h, 12km |
| Markierung: | Gut markiert |
| Anforderung: | Schwieriger Wanderweg, lange Passagen über Felsplatten, teilweise mit Drahtseil |
| Besonderheit: | Fantastische Felsformationen, dazwischen Märchenwiesen |
Ausgangspunkt
Wanderparkplatz Anfahrt nach Veliko Rujno (656m)Die Anfahrt ist nicht ganz einfach. Von Starigrad führt eine kleine Straße zur Hochebene 'Veliko Rujno'. Am einfachsten vermutlich, wenn man von der Hauptstraße rechts Richtung Eingang 1 des Paklenica-NP fährt und in Marasovići an einer T-Kreuzung sich links hält und nun am oberen Rand von Starigrad dem Straßenverlauf folgt. Man muss die Straße 'Ulica Alojzija Stepinca' finden. Diese führt bald sehr steil hinauf zu einem Aussichtspunkt. Man bleibt auf der kleinen asphaltierten Straße. Im kleinen Ort Dokoze hält man sich rechts. Nun geht es abermals ein paar Kilometer steil hoch. Dort wo die Teerstraße endet, fährt man links ein paar Meter weiter gerade hoch zu einem Parkplatz, hier ist der Ausgangspunkt.
Rechts könnte man auf einem Schotterweg bis zur Hochebene 'Veliko Rujno' weiterfahren, über die dann auch die beschriebene Wanderung führt.
Navi: Starigrad, Ulica Alojzija Stepinca (Beginn Bergstraße zum Startpunkt)
Stützpunkt
-
Route
Vom Parkplatz ist der Trailhead zum Bojin Kuk ausgeschildert. Man kann dem Schotterweg oder dem Fußpfad hinab in einen kleinen Kessel folgen. An einer Kreuzung hält man sich links und kurz vor einem Haus im Wald geht es links (Schilder Bojin Kuk, Markierung).Der Weg führt durch den Kessel hindurch, an zwei Abzweigungen hält man sich rechts. Vorbei an eindrucksvollen Kalkfelsen steigt man zu einem kleinen Pass hoch. Hier sieht man das Ziel, den Bojin Kug und im Tal davor, welches zu durchqueren ist, den grotesk geformten Felsen des 'Jagin Kuk'. Zu diesem Felsen muss man hin. Danach steigt der Weg Richtung Bojin Kuk an.
An einer Kreuzung dann links, man quert über Platten und klettert eine leicht geneigt Rampe hoch. Unter dem Gipfelaufschwung erreicht man schließlich eine weitere Kreuzung mit Markierungen. Der Normalweg würde links um den Berg herumführen, direkt gerade aus kann man mit etwas Suche schon die Drahtseile erkennen, welche über steilere Platten hinwegführen. Diesen Weg nun hoch zum Beginn der Drahtseile. Ein Plattenschild wird direkt ansteigend erklommen, danach an weiteren Drahtseilen eine Querung nach rechts. Nun über eine Rampe mit weiteren Klettereien, aber nun ohne Drahtseile hoch zwischen zwei Felsköpfe, der rechte ist der Gipfel.
Für den Abstieg gibt es nun mehrere Optionen, man kann dabei den Berg sowohl links oder rechts rum umrunden. Hier ist der Weg zurück über die Hochebene Veliko Rujno beschrieben. Dazu vom Gipfel wieder hinab zum Ausstieg des Klettersteigs. Nun zum zweiten Felskopf und davor nach rechts den Markierungen folgen eine Rinne hinab. Nach der langen Rinne wird es wieder unübersichtlich, man muss gut auf Markierungen achten. An einer Kreuzung, nachdem man die Plattenschilde hinter sich gelassen hat, geht man nun rechts. Es geht zunächst flach durch ein Wäldchen, bevor man den Weg links steil hinab auf die Hochebene folgt. Man erreicht die Ebene und folgt den Markierungen zur Schotterstraße, welche man bei einer Kapelle erreicht. Rechts der Schotterstraße folgen. Nach den letzten Häusern führt der Weg wieder bergab. Nach einer Linkskurve kann man den direkten Fußabstieg in den Kessel hinab folgen, dem man schon vom Aufstieg kennt. Mit Gegenanstieg wieder hoch zum Parkplatz. Alternativ kann man auch einfach dem Schotterweg folgen und gelangt so auch zum Ausgangspunkt.
Charakter
Prachtvolle Wanderung im Felslabyrinth. Die Wege sind an sich gut markiert und die Wegkreuzungen entweder beschildert, oder die Richtungen sind auf Felsen gepinselt. Man muss trotzdem gut auf die Markierungen achten. Ohne diese würde man sich bald hoffnungslos verlaufen. Eine digitale Karte mit GPS ist für diese Tour sehr zu empfehlen.Die Wege führten über Karstfelsen, d.h. sie sind sehr steinig und zerklüftet. Den Bojin Kuk umgibt ein Plattenschild aus Kalkfelsen. Auf diesem Platten quert und klettert man hoch. Das fordert etwas Erfahrung in diesem Gelände. Der direkte Anstieg zum Gipfel ist ein Klettersteig, teilweise muss man auf den Platten auf Reibung treten, hat aber hier das Drahtseil zur Unterstützung. Auch der Abstieg über den Normalweg erfordert Klettereien so um den 1. Schwierigkeitsgrad.
Bleibt noch zu erwähnen, es gibt giftige Hornvipern am Berg.
Weitere Infos
Reto Solèr, Rother Wanderführer "Dalmatien", 4. Auflage 2023, Bergverlag Rother.
Märchenwiese
Das ist schon eine sehr eindrucksvolle Tour auf den Bojin Kuk. Die Beschreibung 'übbige Natur' ist dabei eigentlich eine Untertreibung. Es gibt prachtvolle Blumenwiesen (zumindest
im Frühling), dabei steht nicht nur irgendwo einzeln eine Blume, nein, es hat Myriaden davon. Es summt und brummt. Auf den Wiesen stehen bizarre Kalkformationen, der Weg ist
anspruchsvoll und alpin. Oben liegt einem die Wildnis des Velebit und gegenüber die Adria mit der kroatischen Inselwelt zu Füßen. In den Wäldern tummeln sich Wölfe, Luchse und Bären.
Die wird man aber eher nicht zu Gesicht bekommen. Vielleicht schon eher die vielen Echsen oder gar eine der heimischen Schlangen. Die sind alle sehr schreckthaft, aber etwas Vorsicht
sollte man wohl trotzdem walten lassen. Die, welche wir sahen, waren immer fix im Gebüsch oder Felsspalten verschwunden und genau das könnte evtl. zum Problem werden, wenn man in die
falsche Tasche greift. Mit diesem Bild im Kopf, kann ich euch die Tour also wärmstens empfehlen.
Die Hochebene 'Veliko Rujno' kommt einem seltsam vertraut vor und ja, man hat sie schon in unzählien Karl-May-Verfilmungen gesehen. Karstgelände mit lichter Macchia überwachsen.
Stephan unterwegs mit Betty am 04.06.2026
Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl
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