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Schluchtwanderung Paklenica Nationalpark Velebit Kroatien Reisebericht Paklenica-Nationalpark 2026 Wandern, T4 Tour 87, am 31.05.2026 ✔

Das Kernstück des Paklenica-Nationalparks sind zwei Schluchten, die sich in einer langen Wanderung miteinander verbinden lassen. Die kleine und wilde Mala Paklenica geht es hoch, durch das Kletterparadies Velika Paklenica wieder hinunter.

Fakten
Ausgangspunkt:Starigrad, Eingang 1 Paklenica-Nationalpark (30m)
Höhenmeter:740Hm
Zeit / Strecke:10h, 21.7km
Markierung:Sehr gut
Anforderung:In der kleinen Schlucht, Klettern bis II und kurze Drahtseilversicherungen
Besonderheit:Für den Nationalpark ist eine Tagesgebühr zu bezahlen

GPS

Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)
20260531_PaklenciaSchlucht.gpx (Download GPX-Datei)

Ausgangspunkt

Starigrad, Eingang 1 Paklenica-Nationalpark (30m)
Man kann auch direkt von Starigrad loswandern, je nach Startpunkt sind es 1-2km bis zum ersten Eingang an der Velika Paklenica.
Navi: Starigrad, Ulica Živka Marasovića

Einkehr

In der großen Schlucht (Velika Paklenica) hat es oberhalb des zweiten Parkplatzes einen Kiosk.

Wegschreibung

Für die Runde gibt es mehrere Möglichkeiten. In der großen Schlucht, der Velika Paklencia hat es zwei Parkplätze. Einen direkt am Eingang, der zweite etwas weiter hinten in der Schlucht. Wir sind von dem ersten gestartet, wo man auch die Tagesgebühr für den Nationalpark bezahlen kann. Man kann auch ein Ticket für mehrere Tage kaufen.
Vom ersten Parkplatz hält man sich nach Osten und wandert am Wandfuß der Berge entlang nach Jukići, wo sich der zweite Eingang in die kleine Schlucht, der Mala Paklenica befindet. In der Schlucht kann man sich dann erstmal nicht mehr verlaufen. Es geht langsam, harmlos und nahezu eben los. Der Weg wird jedoch bald schwieriger. Im Grunde gilt es immer wieder mehr oder weniger hohe Blöcke im Flußbett zu überwinden. Die schwierigsten sind dabei versichert, meistens klettert man jedoch ohne künstliche Hilfen.
Nach einer hohen Steilflanke im Mittelabschnitt der Schlucht folgen die ganzen spannenden Highlights. Am oberen Ende wird die Schlucht wieder nahezu eben. Bei einer Verzweigung muss man sich links halten. Der Weg steigt nun aus dem Schluchtgrund langsam die linke Flanke hoch zu einer Hochebene.
An einer Kreuzung eröffnen sich mehrere Möglichkeiten, mit der linken kann man die Tour abkürzen. Geradeaus geht es zur großen Schlucht. Bei einer weiteren Verzweigung zuerst links, bei der nächsten dann rechts. Es ist jeweils der Eingang 1 der Velika Paklenica ausgeschildert. Bald erreicht man auch den Schluchtrand mit großartigen Ausblick über die ganze Länge. Steil geht es hinab. Im Schluchtgrund gibt es im oberen Teil auch wieder ganzjährig Wasser. Der Rest des Weges ist einfach, da bestens ausgebaut. Einfach die Schlucht hinab. Kurz oberhalb des zweiten Parkplatzes wird man auch den Kiosk in einer Felswand finden.

Charakter

Landschaftlich großartige, aber auch sehr lange Tour. Die kleine Schlucht ist dabei deutlich schwieriger, da noch nahe am Urzustand. Die große Schlucht ist gut ausgebaut. Anfang Juni war bei uns in der kleinen Schlucht kein Wasser mehr, früher im Jahr kann das anders aussehen, was die Tour dann schwieriger macht. Die Markierungen sind gut und zahlreich. Man braucht sie aber auch in der Menge.
Es hat viele kurze Kletterstellen bis max. II, einige Passagen sind auch mit Drahtseil versichert. Es kann heiß werden in der Schlucht. Sicher Wasser findet man erst wieder in der großen Schlucht. Deswegen genügend Wasser mitnehmen. Zu erwähnen ist auch, dass es im Nationalpark giftige Schlangen gibt. Die sind sehr schreckhaft, aber Vorsicht schadet trotzdem nicht. Es versteht sich denk ich von selbst, dass man die Route nicht bei Regen begehen soll.

Karte

Digitale Karte www.openstreetmap.org

Weitere Infos

Reto Solèr, Rother Wanderführer "Dalmatien", 4. Auflage 2023, Bergverlag Rother.


Zu wenig, zu viel

Also Kroatien ist schon super. Es gibt noch viele für Mitteleuropa echte wilde Flächen und v.a. sind die auch groß. Ein kleines Land und trotzdem ist es möglich, dass hier noch Wölfe, Bären und Luchse durch die Landschaft schleichen. 600 - 800 Bären soll es geben. Wie schön.
Der Paklenica-Nationalpark liegt direkt am Meer. Schwimmen und Wandern lässt sich gut verbinden. Der Park ist ein Teil des Velebit-Gebirges, ein großartiger Gebirgszug. Noch sehr unerschlossen. Da gibt es noch viel zu entdecken.
Zuerst wollten wir aber die beiden Schluchten bei Starigrad erkunden, die sich gut in einer, wenn dann auch recht langen Tour, verbinden lassen.
Wir starteten direkt am Campingplatz und hatten von dort noch 1.5km bis zum Eingang der großen Schlucht. Von dort querten wir rüber zu kleinen, was meist auf der Straße erfolgt und von daher noch nicht so aufregend ist. Dann geht es in die kleine Paklenica-Schlucht hinein, der Weg steigert sich langsam. Man wandert quasi im Flußbett, Wasser gab es bei uns nicht mehr. Der Weg wird nach auch zunehmend blockig, es hat viele Kletterstellen, hin und wieder auch Drahtseile. Man sieht Schlangen, auch sehr große, grüne Eidechsen. Zwei davon haben mich doch mächtig erschreckt, als ich um die Ecke bog und die Tiere ebenso überrascht davonstoben.
Weiter oben geht die Schlucht noch endlos weiter in Richtung Velebit Hauptkamm, wir folgten der Markierung nun in Richtung große Paklenica-Schlucht. Man erreicht dabei so ein Art Hochplateau mit Karstfelsen zwischen den Schluchten.
Der Tiefpunkt dann am höchsten Punkt der Tour. Meine Wasserreserven waren schon längst aufgebraucht. Es war heiß an diesem Tag und die zwei Liter, die sonst immer reichen, waren an diesem Tag dann doch viel zu wenig. Mir wurde schon ganz schwummrig. Betty war die Rettung und gab mir etwas von ihren Trinkvorräten ab. Das rettete mich bis zum Bach in der großen Schlucht, den wir zum Glück bald erreichten. Zwischendurch fing ich mir auch noch eine gewaltige Zecke ein, in der Größe gibt es die bei uns auch nicht.
Von oben hat man einen schönen Blick in die große Schlucht, man hört schon das Rauschen des Baches ganz unten, steil geht es auch hinunter. Dann war der Durst für diesen Tag kein Problem mehr. Rehydriert ging das alles wieder deutlich besser.
Die große Schlucht ist ja v.a. auch ein großes Klettergebiet, die Felsen hierfür sind auch optimal, wie geschaffen für diesen Sport. In einer Art Höhle findet sich ein Kiosk. Mit Cola und Eis war die Not dann endgültig besiegt, da war die Welt wieder in Ordnung und ich hatte wieder die Muße, Routenstudium zu betrieben. Sehr griffig sieht das alles aus.
Der Kletterberg wäre der Anića kuk mit eindrucksvoller Nordwand. Aber definitiv zu schwierig für mich.

Stephan unterwegs mit Betty am 31.05.2026



Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl



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