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Reiseberichte Sirdar.de
Teneriffa
Sonne über Suppe: Teneriffa www.sirdar.de

Teneriffa - Mai / Juni 2015
Sonne hat es auf Teneriffa. Suppe auch. Nebelsuppe. Das ganze Jahr. Kommt nur darauf an, auf welcher Seite der Insel man sein Quartier aufschlägt. Passatwinde sorgen das ganze Jahr für das gleiche Klima und eben Passatwolken im Norden, sowie dank Stau an den Bergen, Sonne im Süden. Das macht die Planung einfach, je nachdem was man so bevorzugt.
Wir logierten in Los Realejos, direkt an der felsigen Bucht, über dem "Playa de los Roques". Eindrucksvolle Lage, nur dass der Nebel sich so zäh hält, hatten wir nicht erwartet. Deswegen waren wir meist am Fahren, denn das darüberliegende Orotavatal scheint schon sehr anziehend für jede Wolke zu sein, die da über dem Atlantik so daher kommt. Los Realejos liegt aber ganz gut, jede Ecke der Insel ist einigermaßen gut erreichbar. Der Pauschaltourismus mit seinen Auswüchsen hält sich hier auch in Grenzen. Am Besten hat es uns in Los Gigantes an der Westküste gefallen, dort würden wir wohl das nächste Mal absteigen.
Teneriffa ist generell eine tolle Insel zum Wandern, da wären die hochgelegenen Gebiete um den Teide und vor allem die zerklüfteten Berge, des Tennogebirges im Westen und Anagagebirge im Osten. Kinder kann man gut bei Laune halten, es gibt viele Parks, allen voran der "Loro Parque" in Puerto de la Cruz. Die Delpinshows sind hier der Renner. Teneriffa ist aber auch einer der besten Orte, um Meeressäuger in freier Wildbahn zu beobachten. Und den Strand hat es ja auch noch ...
Karte Teneriffa
Quelle: www.openstreetmap.org


Teneriffa
Infos
Chinobre - Wanderung im Anagagebirge
Pico del Teide, Überschreitung vom Strand aus
Masca-Schlucht
Los Pajares
Bilder gucken? Dann klick hier drauf ...



Infos
Literatur
Klaus u. Annette Wolfsberger, "Teneriffa - Rother Wanderführer", Bergverlag Rother, München
Bei den Rother Wanderführern kann man eigentlich immer blind zugreifen ...

Irene Börjes, "Teneriffa - Reisehandbuch", Michael Müller Verlag, 7. Auflage 2014
Alles drin was man sich von einem Reiseführer erwartet, inklusive kleinen Wanderführer

Wandern & Erleben "Teneriffa", Bruckmann Verlag
Noch ein sehr guter Wanderführer.

Karte
Kompass Nr. 233, "Teneriffa", 1:50000
Sehr gute Karte, kam damit gut zurecht.

Discovery Walking Guides Ltd "Teneriffe Hikers' Maps", 1:25000 bzw. 1:30000
Etwas seltsame Aufteilung, deckt nur ein paar wenige Gebiete ab, Teide-Nationalpark z.B. nicht, dafür das Anaga-Gebirge recht gut.

Unterwegs vor Ort
Wenn man ein wenig rumkommen will, bleibt als einzige vernünftige Option nur der Mietwagen. Es gibt im Übrigen auch Fähren von Spanien aus, wer also genügend Zeit mitbringt ...

Unterkunft
So groß ist die Insel zwar nicht, aufgrund des gebirgigen Charakters können sich die Strecken schon mal ziehen. Von daher wäre es eine Idee, zwischendurch mal die Unterkunft zu wechseln. Zimmer sind günstig zu haben, es empfiehlt sich Vorabbuchung.
Sonst muss man sich noch überlegen, ob man den Dauernebel im Norden standhält, dafür aber mit weniger Rummel, oder doch wenigstens im Urlaub auf Sonne pur besteht. Den gibt es im Süden der Insel. Der Nebel im Norden kann schon sehr hartnäckig sein, wie wir erleben durften. Das ist dann nicht nur gefühlt Nobemberwetter.
Es gibt auch einige Camping- und Zeltplätze.

Bergsport
Wie gesagt, Wandern ist Trumpf. Da Teneriffa eine Vulkaninsel ist, hat man es größtenteils mit sehr brüchigem Gestein zu tun. Es gibt jedoch einige Klettergebiete auf der Insel. Im wahrsten Sinne herausragend ist der Teide, mit 3718m die höchste Erhebung im Atlantik. Infos zur Besteigung siehe weiter unten.

Link
GPS: Freie Openstreetmap-Karte für Kanarische Inseln (für Garmin-Geräte)
wiki.openstreetmap.org/wiki/User:Computerteddy

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Tour 571 910m Chinobre Teneriffa, Kanaren Wandern L 25.05.15    

Diese Kammwanderung im Anagagebirge, ausgehend von Chamorga im Osten von Teneriffa, ist einer der großen Klassiker der Insel. Beständige Passatwolken sorgen für ein feucht-kaltes Klima, so dass sich ein pittoresker Nebelurwald halten kann. Auch das Anagagebirge ist wie alles auf Teneriffa vulkanischen Ursprungs, die Berge sind sehr schroff und unzugänglich. Schon die Fahrt nach Chamorga windet sich sehr eindrucksvoll durch eine tolle Landschaft.

Route
Vorab muss man sich überlegen, ob man eine Rundtour geht, oder nur in eine Richtung und von wo man startet. Üblicher Ausgangspunkt ist Chamorga. Wer nur in eine Richtung laufen will, geht bis El Bailadero und fährt dann mit Bus zurück, der sporadisch fährt. Geht natürlich auch umgekehrt. Zwischendurch gibt es entlang des Weges immer wieder Möglichkeiten, um die Tour kürzer zu gestalten und zum Ausgangspunkt zurückzulaufen.
Wenn man (zunächst) mit dem Auto unterwegs ist und von Chamorga aus startet, fährt man von La Laguna die gesamte Anaga-Höhenstraße über El Bailadero (760m) bis nach Chamorga (500m) am Ende der Straße. Wo der Ort beginnt, macht die Straße unmittelbar bei der Kirche eine sehr scharfe Rechtskurve. Hier beginnt der Weg. Parkplätze sind rar, wenige Meter vor dem Ort kann man gut neben der Straße sein Auto abstellen.
In der Rechtskurve gegenüber der Kirche folgt man links dem markierten Weg in den Wald Richtung "Cabezo del Tejo". Am Anfang führt der Weg über Privatgelände, dann geht es stetig bergauf durch dichten Lorbeerwald. Man erreicht schließlich den Kamm mit einer Wegkreuzung. Hier beginnt die eigentliche Kammwanderung, man hält sich an der Kreuzung links und folgt dem Weg entlang des Kamms. In ein paar Minuten hat man die Aussichtsplatform "Cabezo del Tejo" erreicht. Ca. 45min ab Chamorga.
Von der Platform entlang des Schotterweges würde man zur Anaga-Höhenstraße gelangen. Zur Fortsetzung des Kammwegs folgt man wenige Meter nach Ende der Absperrungen den eher unscheinbaren Pfad auf der rechten Seite. In leichtem Auf und Ab geht es immer weiter in den märchenhaften Nebelwald. An einer baumfreien Stelle kann man den "Roque de Anambra" bewundern. Man folgt dem Weg weiter, bis von links ein weiterer Weg von der Kammstraße her mündet. Man geht etwa 100m weiter, auf der rechten Seite führt schließlich ein kurzer Abstecher zum Gipfel des Chinobre. 1h ab Aussichtsplatform.
Zurück am Hauptweg würde man geradeaus Richtung Westen in ca. 1h El Bailadero erreichen, wobei ein Großteil des Weges dann auf der Kammstraße zurückzulegen ist. Für einen Rundweg geht man vom Abstecher zum Chinobre wieder die 100m zurück und folgt nun dem Weg bergab. Man erreicht die Kammstraße dort, wo auch die Schotterpiste von der Aussichtplatform mündet. Nun kurz der Straße bis zur nächsten Kurve folgen, wo ein Abstecher mehrere Serpentinen der Straße abkürzt. Für das letzte Stück zurück nach Chamorga benützt man dann aber doch die Kammstraße, die hier einige schöne Aussichten bietet. 1-1.5h ab Chinobre.
Insgesamt 3h für die Tour.

Charakter
Problemloser Weg, der auch mit Kindern gut machbar ist.

Karte
Openstreetmap: Chinobre
Quelle: www.openstreetmap.org

Bericht (Tour mit Betty, Jana, Fabian)
Teneriffa
Schon die Fahrt auf der Kammstraße durch das Anaga-Gebirge ist recht abenteuerlich und vor allem kurvig. Zu kurvig für unserem Sohnemann. Das Anaga-Gebirge ist recht schroff, als einzige Möglichkeit da überhaupt eine Straße zu bauen, blieb nur der Kamm. Auch der Nebel im Norden bleibt hier hängen und so hat man ein schönes Wechselspiel zwischen Sonne und Nebel. Ausgangspunkt ist Chamorga, ein recht einsames Bergdorf am Ende der Straße. Die Dörfer noch weiter östlich oder an der Nordküste sind dann tatsächlich nur per Schiff oder zu Fuß erreichbar.
Nachdem man den Kammweg erreicht hat, geht es durch einen zauberhaften Wald. Im Zwielicht wachsen krumme, mit Moos und Flechten bewachsenene Bäume zu einem dichten Urwald. Nur hin und wieder öffnen sich Blicke zur Küste hinab. In den meisten Führern ist der Weg bis Bailadero beschrieben, um dann mit Bus zurückzufahren. Das war uns mit Kindern zu komplizert. Deswegen wanderten wir entlang von Abkürzern neben der Kammstraße zurück. Zuletzt bleibt aber nur die Straße, ist aber keine Strafe, da erstens nicht viel los ist und man zweitens nun die Aussicht hinab zur sonnigen Südküste genießen kann.




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Tour 572 3718m Pico del Teide, Überschreitung vom Strand aus Teneriffa, Kanaren Wandern M 29.05.15    

Der Teide hat ein schönes Prädikat: "der höchste Berg im Atlantik". Da kann man schon mal rauflaufen. Wäre halt nett, wenn es vom Strand aus wäre. Von der Nordküste ist das auch relativ einfach möglich. Das Ganze firmiert als "Route 040". Man darf sich aber (noch) keine durchgehende Beschilderung vorstellen, es werden viel mehr einzelne Abschnitte bestehender Wanderwege kombiniert. Tatsächlich wird man gegenwärtig (2015) kein einziges Mal ein Schild mit der Aufschrift "Teide" zu Gesicht bekommen. Speziell im unteren Teil ist etwas Gespür für die Wegfindung und ein GPS-Gerät hilfreich.

Permit
Die Vorschriften im "Parque Nacional del Teide" sind etwas rigoros. Wer tagsüber auf den Gipfel will, braucht ein Permit, von dem ca. 200 pro Tag ausgegeben werden. Ohne Permit kann man nur bis zur Seilbahnstation 200m unter dem Gipfel laufen. Vor Ort werden keine Permits verteilt. Nächtig man im Refugio de Altavista so ist damit eine Gipfelerlaubnis für den nächsten Tag vor 9 Uhr inbegriffen. Es sei aber auch erwähnt, dass praktisch das Permit nur innerhalb der Betriebszeiten der Seilbahn kontrolliert wird, sonst sitzt da niemand im Kontrollhäuschen. Der Weg auf dem Gipfel ist aber auch so geschickt angelegt, dass Betrug nicht möglich ist. Der Bimsstein im Gipfelbereich ist sehr empfindlich, von daher macht die Einschränkung der Besucherzahlen schon Sinn und es versteht sich von selbst, die Regeln aus Naturschutzgründen auch einzuhalten.
Desweiteren muss man wissen, dass im Mai / Juni Jagdsaison ist. Die eingeschleppten Mufflons sollen ausgerottet werden. An zwei Tagen die Woche sind dann aus Sicherheitsgründen nur wenige Wege im Nationalpark frei begehbar (2015 waren dies Mi und Fr). Der Weg Nr. 7 bleibt aber offen.
Informationen hierzu, und Reservierung der Hütte, bzw. Gipfelpermit siehe folgende Links:

Gipfel-Permit Teide: www.reservasparquesnacionales.es
Buchung Altavista / Seilbahn: www.telefericoteide.com

Vor Ort bekommt man jede Menge Infos auch den Besucherzentren des Nationalparks, z.B. von Norden kommend das "Centro Visitantes El Portillo".

Stützpunkte
Auf 3260m liegt das Refugio de Altavista. Reine Selbstversorgerhütte. Eine Voranmeldung ist zwingend erforderlich, siehe Link oben. Wie beschrieben, beinhaltet eine Hüttenübernachtung die Erlaubnis, den Gipfel am nächsten Tag vor 9 Uhr zu besteigen.
Auch auf der Hütte herrscht in manchen Dingen ein strenges Regiment. Tagsüber von 9 - 17 Uhr ist die Hütte bis auf einen Vorraum verschlossen. Im Vorraum stehen ein Getränke-, sowie Kaffeeautomat. Um 17 Uhr wird die Küche geöffnet. An "Kochmöglichkeiten" steht quasi nur ein Wasserkocher zur Verfügung. Auf der Habenseite hat man somit fließend Wasser und Strom (sowie Internetzugang). Die Schlafräume sind ab 19 Uhr offen, Plätze werden zugewiesen. Mit der Hüttenruhe nimmt man es leider nicht so genau. Es geht südländisch laut zu und es kann schon mal spät werden. Prinzipiell könnte man zwischen Altavista und der Seilbahn in den Lavafeldern auch sehr gut biwakieren. Das ist aber definitiv verboten und wird wohl auch saftig bestraft. Wasser wird man auch nicht finden.

Route
Das Ziel also, vom Strand aus auf den Teide. Von Meereshöhe auf 3718m. Das geht sogar ganz gut, am einfachsten von der Nordküste rund um Los Realejos. Der Küstengürtel ist dabei stark zersiedelt. Da muss man sich erstmal durchkämpfen. Zur groben Orientierung dient dabei das Orotavatal. Das Tal entstand durch einen gewaltigen prähistorischen Bergrutsch. Über die westliche Begrenzung (im Aufstiegsinn rechts) dieser Rutschbahn führt dabei im Groben fast die gesamte Route im unteren Teil.

Teneriffa
Man sieht ungefähr die gesamte Route, insbesondere die Talkante im unteren Teil.

Etappe 1 - Strand - Begrenzungskante Orotavatal:
Ziel ist dabei der "Mirador El Asomaderno" auf ca. 1000m. Dies ist eine markante und von allen Seiten sichtbare Landmarke, bestückt mit Funkturm. Hierher gibt es natürlich viele Routen. Ich beschreibe die von mir begangene vom "Playa de los Roques" aus. Man hält sich zunächst nördlich, ein erstes kleineres Problem ist es, einen Durchschlupf unter die Autobahn zu finden. Dann steigt man stetig immer noch nörlich in Richtung Stadtzentrum an und versucht die "Iglesia de Santiago" zu finden. Ab der Kirche bzw. der Touristeninfo gleich dahinter ist der Weg "40" schon markiert, jedoch zwischen den Häusern schwierig zu finden. Findet man die Markierungen nicht, folgt man kurz der Straße "TF-342" Richtung Icod el Alto. Bevor die Straße in Serpentinen den Berg hochführt, überquert man ein kleines Seitental zwischen Los Realejos und der Begrenzungsrippe des Orotavatals. Diese kleine Seitental gerade hoch. Bald gabelt sich der Weg. Man bleibt rechts und steigt nun sehr steil durch den Urwald hoch auf die Begrenzungsrippe und schließlich zum Funkmast am Mirador.

Teneriffa
Mirador El Asamadero.

Etappe 2 - Piedra de los Pastores:
Nächstes Etappenziel ist der Piedra de los Pastores auf ca. 1600m, was so ungefähr der Nebelgrenze entspricht. Dies wohl ein auch bei Einheimischen beliebter Ausflugspunkt, mehrere Wege kreuzen sich hier.
Ab dem Funkmasten folgt man dem Forstweg zunächst südlich. Rechts der Talkante gibt es ein großes bewaldetes Gebiet, mit vielen Wegen. Beschilderung ist eher Mangelware. Man kann sich ohne Probleme verlaufen. Ein GPS mit der Openstreetmap-Karte (s. Link oben) tut hier gute Dienste. Anfangs folgt man einem der Forstweg in Serpentinen nach oben, versucht aber, sich nicht zu weit Richtung Westen abdrängen zu lassen und halte sich immer in südlicher Richtung. Ab ca. der Hälfte der Strecke zwischen Funkmast und Piedra de los Pastores sollte man versuchen, links (östlich) wieder an die Talkante zu kommen, hier führt dann tatsächlich ein gerader Weg zum Rastplatz namens Piedra de los Pastores.

Teneriffa
Dichter "Dschungel" im unteren Teil des Weges.

Teneriffa
Die wichtige Wegkreuzung "Piedra de los Pastores", geradeaus gehts weiter.

Openstreetmap: Teide
Quelle: www.openstreetmap.org

Etappe 3 - Cruz de Fregel:
Die Orientierung fällt nun wieder leicht. Man folgt dem Weg Nr. 29 stetig südlich bergauf. Man wandert durch Pinienwälder, die schließlich einem steppenartigen Bewuchs weichen, offenes Gelände ist erreicht und das Ziel, der Teide zeigt sich nun immer sehr fotogen voraus. Im offenen Gelände erreicht man auch die Grenze zum Nationalpark. Ein Forstweg leitet direkt zum Cruz de Fregel (2087m). Dies ist eine kleine Kapelle. Vom Besucherzentrum bei El Portillo führt ein sehr populärer Wanderweg hierher. Neben der Kapelle erhebt sich die "Fortaleza", ein rotbrauner Felsriegel, über einem wüstenartigen kleinen Plateau. Die Caldera eines Vorläufer-Vulkans, aus dem sich der Teide erhebt, ist erreicht.

Teneriffa
Pinienwälder kurz vor der Nationalpark-Grenze.

Teneriffa
Cruz de Fregel.

Openstreetmap: Teide
Quelle: www.openstreetmap.org

Etappe 4 - Refugio Altavista:
Der weitere Weg ist nun von der Orientierung her nicht mehr schwierig und gut markiert. Man steuert den Montana Blanca links vom Teide an. Vom Cruz de Fregel, steigt man in die sandige Ebene ab und folgt nun kurz dem Weg Nr. 1 nach El Portillo. Bald einer Gabelung biegt man rechts ab und folgt dem Weg 22 quer über die wüstenartige Caldera. Dieser Wegabschnitt ist ziemlich flach. Erst die letzten Meter bevor es zur Altavista geht, werden wieder steiler. Man erreicht schließlich den Weg Nr. 7, den Normalweg von der Nationalparkstraße. Diesen folgt man bis zum Refugio Altavista. Die letzten 200 Hm sind dabei sehr steil und folgen einem Hang zwischen zwei Lavaströmen. Die Hütte auf 3260m taucht erst im letzten Moment auf.

Etappe 1-4: 10-11h, ca. 25km, 3260Hm

Teneriffa
Der Weg Nr. 22, kaum zu verfehlen.

Teneriffa
Refugio Altavista.

Etappe 5 - Gipfel:
Am nächsten Morgen will man wohl zum Sonnenaufgang oben sein. Man startet also in der Dunkelheit. Eine gute Stirnlampe ist von daher zu empfehlen. Der Pfad von der Hütte zum Gipfel ist zwar vielbegangen, aber dank dem schwarzen Geröll muss man im Dunkeln aufpassen, um nicht vom Weg abzukommen. Man geht durch ein Lavafeld mit bizarren Brocken. Es rentiert sich also durchaus, diesen Weg auch im Hellen zu gehen. Man kommt direkt bei der Seilbahn raus (3550m). Hier wäre eigentlich die Kontrollstelle für das Gipfelpermit, diese ist aber vor 9 Uhr nicht besetzt und mit Hüttenübernachtung darf man sowieso hoch. Die restlichen 150 Hm sind befestigt. Der Krater ist sehr klein, am Gipfel hat es nicht allzu viel Platz, alles ist mit Ketten abgesichert. 1-2h, 450Hm ab Hütte.

Teneriffa
Sonnenaufgang am Gipfel.

Etappe 6 - Abstieg:
Schön wäre es, vom Gipfel über den Pico Viejo (Weg Nr. 12) und den Roques de Garcia (Weg Nr. 23) zur Nationalparkstraße abzusteigen. In meinem Fall war dieser Weg wegen Jagdsaison an diesem Tag gesperrt. Deswegen folgte ich dem Weg zurück zur Hütte (Nr. 7), falls man zuvor im Dunkeln aufgestiegen ist, dies ist ein sehr schöner Weg. Ab der Hütte geht es den Weg Nr. 7 bis raus zur Nationalparkstraße, auch sehr schön. Entlang der Straße zu laufen, ist an sich wegen der vielen Sonntagsfahrer und des kurvigen Straßenverlaufs nicht zu empfehlen aber wohl meist unvermeidlich. Dies sind dann die mit Abstand gefährlichsten Meter der vorgestellten Route. Will man wie ich, zur Seilbahn-Talstation (2356m) folgt man ab Trailhead Nr. 7 der Straße ca. 4km nach Westen. Früher begangene direkte Abstiege von der Bergstation sind heute nicht mehr erlaubt.
3-4h vom Gipfel.

Openstreetmap: Teide
Quelle: www.openstreetmap.org

Charakter
Der Weg ist nirgends schwierig. Erfahrene Bergwanderer sollten also keine Probleme haben, die Tour zu meistern. Wer vom Strand aus losgehen will, sollte natürlich die dafür erforderliche Fitness mitbringen. Ein Abbruch der Tour ist allerdings an mehreren Stellen relativ problemlos möglich. Man sollte genügend Wasser mitbringen, Quellen gibt es unterwegs keine. Über dem Nebel kann es trotz der Höhe sehr heiß werden.
Das besonders Reizvolle an der Tour ist die Durchquerung der verschiedenen, von der Höhe abhängigen Vegetationszonen.

Bericht (solo)
(Viele Bilder zur Tour finden sich hier: Teneriffa Bilder).
Teneriffa Wenn man schon mal auf Teneriffa ist, dann will man auch auf den Teide. "Höchster Berg im Atlantik", das macht schon was her. Mehr zufällig war ich in der Vorbereitung auf ein Laufevent gestoßen, welches alljährlich stattfindet. Gestartet wird am Playa del Socorro an der Nordküste, über den Teide und jenseits wieder hinab zur Nationalparkstraße. Das wäre doch eine Idee, um den Berg "anständig" zu besteigen und die Sache auch spannend zu machen. Im Internet fand ich dann auch die Ankündigung, dass diese "Route 040" ausgeschildert wird. Stand 2015 war davon noch kein einziges Schild vorhanden. Man kann sich aber seine persönliche Route recht einfach mit der Kompaß-Wanderkarte zusammenstellen. Dafür ist die Karte hinreichend genau.
Wie schon Humboldt über seine Teide-Besteigung berichtete, ist das Fantastische an der Sache, dass man durch die verschiedenen Vegetationszonen in Abhängigkeit von der Höhe kommt. Je höher man steigt, umso karger und wüstenhafter wird die Botanik. Heutzutage ist aber speziell die Nordküste stark besiedelt. Man kämpft sich also erstmal durch einen Stadtdschungel. Allein deswegen startete ich bereits im Dunkeln, um mich nicht mit allzu viel Verkehr rumplagen zu müssen. Auch fällt der Passat-Nebel immer erst mit Sonnenaufgang ein und so hatte ich morgens auch in den unteren Zonen noch schöne Aussichten.
Der grobe Weg ist dabei eigentlich gut "natürlich" markiert. Das Orotava-Tal entstand durch einen gewaltigen Bergrutsch, der neben der Rutschbahn auch die Begrenzungskanten hinterlassen hatte. Über die westliche Talkante erfolgt der Aufstieg. Nachdem ich durch Los Realejos durch war, stand auch gleich der steile Aufstieg zu dieser Kante an. Hier fühlt man sich tatsächlich wie im Urwald und es war dementsprechend schwül. Der Weg mit der Nr. 40 zum "Mirador El Asomadero" wurde tatsächlich erst kürzlich angelegt. Wahrscheinlich bezogen sich die Berichte im Internet genau auf diesen Weg, der aber nur einen sehr kurzen Abschnitt auf dem Weg zum Teide bildet.
Hat man die Kante erreicht, stellt man fest, oberhalb dieser findet sich ein breiter Nutzwald mit vielen Forstwegen, ohne Schilder. Hier könnte man sich ganz ordentlich verlaufen, ein GPS-Gerät bewahrt einem hier vor allzu großen Umwegen. An sich muss man nur in der Nähe der Talkante bleiben, was aber nicht immer möglich ist.
Ein wichtiger Punkt, den es zu finden gilt, ist der "Piedra de los Pastores". Es handelt sich hierbei nur um einen Rastplatz an der Wegkreuzung von mehreren Forstwegen. Ab hier muss man dann eigentlich immer nur gerade hoch nach Süden laufen. Das tat ich und wurde alsbald von einem älteren Ehepaar in einem altertümlichen aber sehr berggängigen Gefährt eingeholt. Eine Mitfahrgelegenheit wurde mir angeboten, was ich natürlich entschieden ablehnte. Hätte auch nicht viel geholfen. Als eine Jacke von der Ladefläche fiel, musste ich nur meinen Schritt kurz beschleunigen, um die Jacke war wieder an Ort und Stelle zu legen. Es ging soweit, dass ich mich gezwungen sah, eine Pause einzulegen, nur um den Lärm loszuwerden. Die beiden hatten weiter oben ein paar Bienenstöcke stehen.
Inzwischen ging ich durch einen Pinienwald, der schon einige Brände überstanden hatte. Die Baumstämme waren schwarz angekohlt. Dank ihres besonderen Harzes überstehen die Bäume das und treiben nach der Feuersbrunst wieder aus. So bald freies Gelände erreicht ist, beginnt der Teide-Nationalpark. Überall finden sich die Blütenstämme des für den Teide so typischen "Natternkopfes". Der Teide war nun gut zu sehen, der weitere Weg klar. Im Nationalpark ist die Anzahl der markierten Wege eh recht übersichtlich, aber ausreichend und die wenigen Wege sind dann auch sehr gut markiert. Ich erreichte schließlich das "Cruz de Fregel" schon jenseits der 2000m-Marke. Es handelt sich hierbei um eine Kapelle mit dem letzten Baum weit und breit auf dem Rand der Caldera, in dessen Zentrum sich der Teide erhebt. Nebenan ist die "Fortaleza", eine sehr schöne Felsbastion. Man muss nun in die Caldera absteigen, und findet sich in einer alpinen Halbwüste wieder.
Überall blühte es, vor allem der Teideginster und eine lokale Margeriten-Art. Letztere wächst dabei noch in Höhen, wo sonst außer Flechten nichts mehr gedeiht. Ich überquerte nun den flachen Grund der Caldera, der schönste Wegabschnitt der gesamten Tour. Die trockene Luft zauberte fantastische Farben, dazu das nicht minder farbige Vulkangestein. Hauptsächlich hat der Teide Bimsstein ausgespuckt. Ein sehr poröses Vulkangestein, welches demtensprechend sehr leicht, aber auch empfindlich ist. Wo man langgeht, würde die Spur sofort jahrzehntelang erhalten bleiben. Kein Wunder also, dass die Nationalparkverwaltung vor allem darauf schaut, dass man auf den Wegen bleibt.
Schließlich erreicht ich den Weg Nr. 7, der von der Nationalparkstraße auf den Teide führt. Hier war dann entsprechend mehr los. Der letzte Anstieg zur Altavista-Hütte über 200 Höhenmeter war noch etwas steil. Hier spürte ich schön langsam, dass ich den Tag über schon einiges gelaufen war. Nach 10h seit Start vom Hotel am Strand war dann die Hütte erreicht. Die Reservierung hatte ich schon Monate im Voraus per Internet erledigt. Keine Ahnung, ob das wirklich so notwendig ist. Sehr voll war es auf der Hütte nicht. Ohne Reservierung geht aber gar nix, man wird abgewiesen. Es handelt sich um eine reine Selbstversorgerhütte, die tagsüber bis auf einen Vorraum verschlossen ist. Da steht ein Getränkeautomat, ich freute mich auf eine Cola. Bei meinen Vorgängern hatten sich zwei Flaschen in der Ausgabe verkeilt, ich brach mir fast die Hand, um das Problem zu lösen, war dann aber schließlich Besitzer von gar drei Cola-Flaschen. Punkt 17 Uhr materialisierte sich der Hüttenwart aus dem Nichts, fast als ob er vom Tal hinaufgebeamt worden wäre und öffnete die Küche. Ein Wasserkocher war das einzige "Kochutensil", reichte mir aber dank Fertigfutter. Die Hütte füllte sich langsam, aber überschaubar. Um Punkt 19 Uhr wurden dann die Schlafplätze zugewiesen. Es gibt nur Lagerplätze und dementsprechend laut geht es zu. Der Südländer an sich lebt ja gerne in der Nacht, früh ins Bett gehen rentiert sich also nicht. Die für 22 Uhr angekündigte Bettruhe war das Papier nicht wert, auf dem sie stand. Ich hatte mir zwischendurch noch den Sonnenuntergang angesehen. Durch Schattenwurf legte sich die Pyramide des Teide langsam über den Osten der Insel.
Morgens wird früh aufgestanden, ich hatte eh keine Sekunde geschlafen. Der Anspruch ist, zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. Von der Hütte sind es auch nur 1.5h. Kein Thema also. Der Weg dahin ist aber im Dunkeln gar nicht so einfach zu finden. Alles ist finster, man bewegt sich durch schwarze Lavaströme. Zunächst kommt man bei der Seilbahnstation heraus. Hier wird normalerweise das obligatorische Gipfelpermit kontrolliert. Hüttennächtiger dürfen aber automatisch auf den Gipfel. Der Grund hierfür, die Kontrollstelle ist natürlich nur zu Seilbahn-Betriebszeiten besetzt. Das Kontrollhäuschen ist dabei aber so geschickt platziert, dass ein Vorbeischleichen quasi unmöglich ist. Danach sind die restlichen Meter zum höchsten Punkt befestigt und alles andere als schwierig. Man erreicht den erstaunlich kleinen Krater, bei so einem großen Berg hätte man anderes erwartet. Dafür dampft es überall und es stinkt nach Schwefel, so wie sich das für einen Vulkan gehört. Der höchste Punkt am Kraterrand ist mit Ketten gut abgesichert, viel Platz ist da nicht. Da hockten wir nun und warteten auf die Sonne. Ein magischer Moment. Der Teide als Insel im Nebelmeer und langsam wuchs die Schattenpyramide wieder über die Wolken. In der Ferne waren die anderen Kanaren-Inseln gut auszumachen. Ich blieb sehr lange da oben. Es war einfach nur schön.
Die Runde wäre perfekt gewesen, wenn ich über den Pico Viejo hätte absteigen können. Das ist ein Nebenkrater mit gewaltigen Ausmaßen. Leider waren aber an diesem Tag fast alle Wege im Nationalpark gesperrt. Zweimal in der Woche gehen im Mai und Juni Jäger auf die Pirsch, um die eingeschleppten Mufflons wieder auszurotten. Da wollen sie natürlich nicht auf einsame Wanderer schießen. Der Normalweg Nr. 7 bleibt aber offen und so marschierte ich also diesen Weg wieder zurück über die Altavista-Hütte. Schon ein sehr lohnenswerter Weg, im Aufstieg hatte ich dank Dunkelheit eh nichts erkennen können, was ich nun nachholte.
So erreichte ich die Nationalparkstraße. Als Treffpunkt mit Familie hatten wir die Talstation der Seilbahn ausgemacht. Entlang der Straße klafft aber eine gewaltige Lücke im Nationalpark-Wegenetz. Man muss auf der engen und kurvigen Straße laufen, wo die Busse alleine schon Probleme haben, genügend Platz zu finden. Ich mußte einige Male von der Straße springen, um nicht zermatscht zu werden. Das waren dann die gefährlichsten Momente der Tour.
Am Parkplatz der Seilbahn war die Familie wieder vereint und die Kinder präsentierten stolz ihre Trophäen, die sie im "Loro Parque" abgestaubt hatten. Da konnte ich mit meinen paar Bimssteinen vom Gipfel nicht mithalten.

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Masca-Schlucht

Das ist wohl der Wanderklassiker schlechthin auf Teneriffa. Muss man gemacht haben und rentiert sich ohne Frage. Man wandert eine pittoreske Schlucht von dem Bergdorf Masca hinab bis zur gleichnamigen, zwischen Steilklippen eingebetteten Schlucht. An sich schon ein Weg für Geübte, wenn man aber vor Ort sieht, wer sich da alles hinabwälzt, kann das alles nur halb so wild sein. Allein wird man nicht sein, aber die Leute verteilen sich in der langen Schlucht schließlich ganz gut.

Logistik
Natürlich würde es sich lohnen, die Schlucht auch wieder bergauf zu gehen, man bekommt dann mit Sicherheit ganz neue Eindrücke. Andererseits verpasst dann aber die schöne Bootsfahrt an den Steilklippen entlang. Anstrengend wäre es auch. Zum Glück pendeln aber Ausflugsboote zwischen der Masca-Bucht und Los Gigantes.
Es gibt eine Busverbindung zwischen Los Gigantes und Masca. Die Verbindung ist aber etwas umständlich und der Bus fährt nicht sehr oft. Flexibler ist man, wenn man die Fahrt mit dem Taxi macht. 2015 kostete diese Fahrt einfach 23 Euro pro Taxi.
Der Bootsverkehr zwischen der Masca-Bucht und Los Gigantes ist mitterweile sehr regelmäßig. Nachmittags kann man im halbstündigen Rhythmus zurückfahren. Vorher ein Ticket zu lösen, ist nicht mehr zwingend erforderlich. Die beiden konkurierenden Agenturen bauen nachmittags kleine Verkaufsstände am Strand von Masca auf. Es empfiehlt sich dennoch, die Bootsfahrt am Tag vorher noch mit einer der Agenturen zu vereinbaren. Bei zu hohen Wellengang fahren die kleinen Boote nicht, dass sollte man auf alle Fälle vorab in Erfahrung bringen.
Empfehlenswert ist folgende Agentur in Los Gigantes: www.trekkingmasca.com

Route
Man benötigt rund 3h abwärts, bei insgesamt 600Hm. Hoch zu entsprechend länger. Startpunkt ist das Bergdorf Masca (612m), welches nur über eine sehr abenteuerliche Bergstraße zu erreichen ist. Parkplätze sind rar. Wer mit dem eigenen Auto kommt, sollte früh dran sein. Man wandert von der Straße durch das kleine Dorf bis kurz vor dem markanten Felsturm. Hier geht es nun links hinab in die Schlucht. Zuerst recht steil, dann mit weniger Steigung. Der Wegverlauf ist an sich durch die Schlucht klar vorgegeben. Verlaufen kann man sich also nicht. Der tropische Bewuchs im Schluchtgrund sorgt aber dafür, dass man doch hin und wieder nach dem richtigen Pfad im Unterholz Ausschau halten muss. Man halte nach Steinmännern Ausschau. Im Mittelteil führt an der linken Schluchtwand ein Kanal entlang. Diesem nicht folgen, der wird bald sehr abenteuerlich. Man bleibt rechts davon im Schluchtgrund.
Größtenteils ist der Weg einfach zu begehen. Es gibt jedoch einige kleine Kletterstellen bis hin zum 2. Schwierigkeitsgrad. Die Felsstufen sind aber nie sehr hoch und kleine Rutscher von daher ungefährlich. Je weiter man nach unten kommt, umso bizarrer werden die Felsgebilde. Die Schlucht macht einige Bögen und schließlich hat man es geschafft. Man steht am Strand, der sich super zum Baden eignet, da absolut windgeschützt. Der Bootsanleger ist nicht zu übersehen.

Teneriffa
Das Dorf Masca, ab hier gehts bergab.

Teneriffa
Typischer Wegverlauf in der Schlucht.

Teneriffa
Der Strand am Ende der Schlucht.

Charakter
Schluchtwanderung mit kleineren Kletterpassagen. Sollte man nur bei schönem Wetter unternehmen, bei Regen wird es sehr rutschig. Festes Schuhwerk unbedingt erforderlich. Genügend Zeit einplanen, um bei einer Rückfahrt mit Boot noch in der Bucht baden zu können.

Bericht (mit Betty, Jana, Fabian)
Teneriffa Da wir eh von Norden kamen, fuhren wir mit dem Mietauto direkt nach Masca. Wir waren früh genug dran, d.h. vor 10 Uhr und so waren oberhalb von Masca an der Straße noch genügend Parkplätze frei. Das Bergdorf Masca ist ja an sich schon einen Ausflug wert. Schon in die Anfahrt erfordert ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit. Das Tennogebirge fällt hier sehr schroff zum Meer ab. Auf einen Felssporn, der in die Schlucht hinein ragt, thront Masca. Jeder flache Meter wurde kunstvoll ausgenutzt. Gleich am Dorfende fällt der Weg steil hinab in die Schlucht.
Alles ist vulkanisches Ursprungs, dementsprechend bizarr, aber auch bröselig sind die Felsformationen. Im Schluchtgrund überwiegt dichter Bewuchs mit Palmen und Bambus. Immer wieder gibt es kleinere Kletterpassagen, das hält die Kinder bei Laune. An sich ist die Wanderung für kleine Füße doch recht lang, aber in diesem Fall überwiegten halt die Wünsche der Eltern. Aber am Ende wartete ja ein fantastischer Strand, windgeschützt und optimal zum Baden. Da waren die Kids schnell wieder munter.
Davor ging es immer bergab, immer unterhalb von gut 800m hohen Wänden. Zeitweise verengt sich die Schlucht auf wenige Meter, dann ist sie wieder sehr breit mit dichtem Bewuchs. Je weiter man in Richtung Strand vorrückt, umso eindrucksvoller werden die Felsgebilde.
Wir kamen nach rund 5h unten an. Die Bootsfahrt hatten wir tags zuvor schon gebucht, was mittlerweile recht einfach ist. Kleiner Bonus auf der Rückfahrt, wir konnten ein paar Delphine beobachten. Mit dem Taxi ging es direkt vom Anleger in Los Gigantes zurück nach Masca.
Teils amüsant war schon, in welchen Aufzug da Leute die Schlucht mehr runterkugelten als gingen. Aber letztendlich kamen alle unten an. Von daher, jeder wie er will.

Openstreetmap: Masca
Quelle: www.openstreetmap.org



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Tour 573 1039m Los Pajares Teneriffa, Kanaren Wandern L 03.06.15    

Nachdem man also die Masca-Schlucht durchlaufen hat und die himmelsstarrenden Wände ringsum ausgiebig bewundert hat, will man unvermeidlich auch mal von oben in die Schlucht gucken. Die passende Wanderung dazu ist der Guergues-Steig, der über einen Gipfel names "Los Pajares" eindrucksvoll zu einer verlassenen Alm führt. Sehr zu empfehlen!

Route
Man fährt von Santiago del Teide Richtung Masca. Nachdem man auf der Straße den ersten Pass überwunden hat und sich die Straße abenteuerlich Richtung Masca hinabschlängelt versucht man, in der Nähe des ersten Aussichtspunkts einen Parkplatz zu ergattern. Der Platz hierfür ist beschränkt.
Man wandert die Straße hinab, dort wo sie eine Spitzkehre nach rechts macht, finden sich die "Casas de Araza", ein Bauerhof. Das Gelände ist im Privatbesitz und man sollte die entsprechenden Hinweisschilder beachten. Von der Spitzkehre zieht in gerader Linie ein Kamm zwischen den beiden "Barancos", Seco zur Linken und Masca zur Rechten, geradeaus in Richtung Meer. Man steigt von der Straße etwas ab und folgt dann auf einem deutlichen Steig diesem Kamm. Meist führt der Steig über steil abbrechendes Gelände in der Südseite entlang. Kurz vor dem Gipfel des Los Pajares geht es steil hinauf, mit einem abenteuerlichen Ausflug in die Nordseite. Danach erreicht man sanfteres Gelände. Wer nun auf den Los Pajares will, sollte rechts am Grat entlang, aber weglos zum höchsten Punkt gehen. Der Abstecher ist kurz und nicht schwer. Von der Straße bis hierher ist man etwa 1.5h unterwegs.
Es ist sehr zu empfehlen, danach den Guergues-Steig noch weiter in Richtung Meer bergab zu folgen. Je weiter man geht, umso verwachsener wird jedoch der Pfad. Man kommt an mehreren verfallenen Almen vorbei und erreicht schließlich einen kleinen Kessel, mit mittlerweile ziemlich verwilderten Terrassenfeldern (ca. 0.5h vom Gipfel) Dies ist ein ganz idyllischer Fleck und lädt zum Verweilen ein. Man könnte nun noch weiter laufen, bis man schließlich die Steilküste erreicht, jedoch wird das mit jedem Meter mühsamer. Man muss sich durch dichtes und stacheliges Gestrüpp kämpfen.

Teneriffa
Der Guergues-Steig.

Teneriffa
Kurz vor dem Gipfel.

Charakter
Einfache Wandertour. Dennoch recht luftig mit tollen Ausblicken links und rechts. Sehr heiß, unterwegs gibt es kein Wasser.

Bericht (mit Bettina, Jana, Fabian)
Teneriffa Nach dem wir in der Masca-Schlucht ständig die schwindelerregend steilen Wände nach oben gestarrt hatten, war klar, das wollten wir auch umgekehrt machen, also von oben nach unten starren. Der Guergues-Steig ist dabei die kindertaugliche Wanderung. Gegenüber auf der anderen Seite würde der Roque de Masca locken, aber das ist eine andere Hausnummer.
Der Guergues-Steig diente einst als einziger Zugang zu einer Alm auf vorgeschobenen Posten. Am Ende des Weges, kurz bevor es senkrecht ins Meer hinuntergeht, öffnet sich das Gelände und bildet einen kleinen Kessel. Hier wurde an Terrassenfeldern angepflanzt. Sicherlich ein mühseliges Geschäft und inzwischen sind die Almen auch verfallen.
Der Weg dorthin ist anfangs breit und gut gepflegt. Es gibt einige schöne Passagen direkt am Kamm mit Ausblicken in die tiefen Schluchten links und rechts des Weges. Kurz unter dem Gipfel des "Los Pajares" wird es recht felsig, hier wurde kunstvoll ein Steig in der Nordflanke angelegt. Nach dem lohnenden Abstecher zum Gipfel machte ich mich noch auf den Weg zu den Almen, hier muss man einige Meter absteigen. Der Weg lohnt sich, die Guergues-Alm ist schon ein sehr idyllischer, aber auch abgelegener Platz. Ich wollte noch weiter zur Abbruchkante der Steilküste über Los Gigantes, hier gibt es jedoch keinen Weg mehr. Das Unterholz wächst zwar nicht sehr hoch, dafür aber umso stacheliger. Ein, zwei kleinere Gipfelchen nahm ich noch mit, um dann den Umkehrschwung einzuleiten und die Familie rechtzeitig vor Ankunft am Ausgangspunkt wieder einzuholen.

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Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl.
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