| Kommentare zur Tour: | ansehen | anfügen |
Schön, wild und einsam. Das beschreibt die Tour auf diesen markanten Berg ganz gut.
| Fakten | |
|---|---|
| Ausgangspunkt: | Griesen (820m) |
| Höhenmeter: | 1400Hm |
| Zeit / Strecke: | 7.5h, 14.1km |
| Markierung: | Kaum, fehlen auch oft an den Abzweigungen |
| Anforderung: | Anspruchsvoller alpiner Bergweg auf schmalen Pfaden. |
| Besonderheit: | Wilder und vergleichsweise einsamer Berg. |
Ausgangspunkt
Griesen (820m), ein paar Stellplätze aus Garmisch kommend vor der Brücke über die Neidernach rechts, Wanderparkplatz hinter der Brücke links am Fahrradweg
Stützpunkt
-
Route
An der Brücke rechts der Neidernach taleinwärts gehen. An der ersten Abzweigung zum Frieder weitergehen. Auch der nächste Abzweig rechts wird ignoriert. Kurz bevor man die Schelllaine überqueren würde, geht es rechts einen kleinen Forstweg hoch zur Schellschlicht (2025 stand hier kein Schild). Der Forstweg wird bald zum Steig. Nach einer ersten kurzen Steilstufe gibt es eine Weggabelung. Gerade aus ein altes Schild "Schellschlicht", hier würde man auch kurz darauf eine Stahlbrücke erreichen. Das ist der Weg, den man runter kommt.Stattdessen geht kurz vor dem Schild rechts hoch. Nun wartet eine ordentliche Steilstufe. Darüber quert man recht lange hoch in der Schluchtflanke über der Schelllaine. Der Weg ist hier teilweise sehr ausgesetzt und schmal. An vielen Stellen auch teilweise weggewaschen. An einer schwierigen Stelle findet sich ein kurzes Drahtseil. Nach der Querung geht es schließlich hoch in den Sattel vor dem Sunkenkopf. Hier setzt links bereits der Gipfelgrat zum Schellschlicht an.
Es geht steil hoch, am Vorgipfel muss man unvermittelt nochmal recht weit runter links in die Südflanke ausweichen. Dann steil und felsig (bis I) wieder hoch zum Gipfelgrat und schließlich die letzten Meter wieder einfacher hoch zum Gipfel.
Für die Überschreitung steigt man nach Westen über das Brandjoch ab. Dazu muss man vom Gipfel nach Norden zunächst eine Felsrinne überwinden, diese geht man von oben gesehen von rechts her an (3m Kletterei bis II). Danach quasi immer am Gratrücken bleiben. Der Weg ist hier meist eindeutig. Schon in der Latschenzone, tut sich plötzlich eine steile Wand unter einem auf. Hier hat es eine 10m Klettersteigpassage (Schwierigkeit B). Darunter geht es in den Wald. Hier nun in vielen kleinen Serpentinen hinab, bis man die oben erwähnte Stahlbrücke erreicht. Dann den bekannten Weg wieder raus zum Ausgangspunkt.
Charakter
Markierungen hat es quasi nur da, wo man sie quasi auch nicht braucht. Beschilderung fehlt speziell am Abzweig im Tal. Hat man den Weg mal gefunden, ist er aber an sich klar, weil viele Verhauer-Möglichkeiten gibt es dann nicht mehr. Der Weg ist im Aufstieg über einer Schlucht der Erosion ausgesetzt und hier auch teilweise recht schmal und brüchig. Zwischendurch warten einige kurze Klettereien.Die Schlüsselstelle hat es beim Abstieg vom Gipfel in einer kurzen Rinne. Hinter dem Brandjoch wartet noch eine Klettersteigpassage (10m, B). Prinzipiell kann der Weg in beide Richtungen begangen werden. Insgesamt hat der Aufstieg wie beschrieben mehr Splitter-Passagen, die im Aufstieg leichter sind.
Karte
Alpenvereinskarte BY6 "Ammergauer Alpen West, Hochplatte", 1:25000
Herbstlich ruhig
Unter der Schellschlicht kam ich bei meiner Radtour von Garmisch nach Hamburg vorbei. Seither hatte ich den Berg auf
der Liste. Insgesamt war der Weg über die Schellschlicht wohl mal gut hergerichtet, aber das ist Stand 2025 lange
her. Es gibt ja dieses Buch mit den vergessenen Pfaden in den bayerischen Hausbergen, da taucht der Weg auf die
Schellschlicht wohl auch bald auf. Wobei ich das ja insgesamt ja begrüße, diese Übererschließung, wie sie in den
letzten Jahren in den Bergen nochmal zugenommen hat, finde ich nicht so gut. Da kann man die Weg auch nahe am
Urzustand lassen, dahin entwickelt sich auch der Weg wieder an der Schellschlicht. Dann ist auch nicht so viel los,
wie an den anderen Bergen. Dass es keine Hütte mit Kaffee und Kuchen gibt, hilf da sicherlich auch.
Der Weg führt anfangs in das Tal mit der Schelllain. Der Bach fließt dabei in einer tiefen Schlucht und man quert
oberhalb in der Flanke. Durchaus ausgesetzt und der Weg ist teilweise recht schmal. Nix für schwache Nerven. An ein,
zwei Stellen muss man doch ordentlich zupacken, um keinen Abgang zu machen. Oberhalb sieht man schon den Gipfel, muss
dann aber noch mal recht tief in die Südflanke ausweichen. Hoch geht es in Kletterei im splittrigen Fels.
Am Gipfel war die ganze Zeit nix los, nur mit mir kamen dann doch wieder fast gleichzeitig alle an, die den Berg an
diesem Tag versuchten. Ich wich auf den Nebengipfel aus, dazu muss man aber vom Gipfelkreuz erstmal runterkommen, gar
nicht so einfach. Tipp, von oben rechts her auf ein Band und in eine kurze Rinne. Dann führt der Weg entlang des
Kamms nach Westen hinab, mit besten Blick in die weitläufigen Ammergauer. In diesem Winkel entdeckt man ein paar
sehr abgelegene Winkel, die man mal besuchen könnte. Schlussendlich geht es über den Kamm weiter hinab und auch recht
steil durch den Wald. Kurz vor dem Hauptweg im Tal überquert man die Schelllaine über eine Stahlbrücke tief im Wald.
Der Bach hat sich hier eine sehr tiefe Klamm gegraben. An sich vom ganzen Setting her, der ideale Angeber-Fotospot.
Aber die Brücke mit der Schlucht darunter gibt sich nicht sehr fotogen, fast ein Glück in diesen Zeiten.
Stephan unterwegs am 03.10.2025
Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl
Kommentare zur Tour
(Kommentar hinzufügen)Derzeit keine Kommentare vorhanden
Kommentar hinzufügen
Hier könnt ihr Anmerkungen loswerden, welcher Art auch immer.
Regeln:
Bitte kein HTML verwenden (wird rausgefiltert). Ich behalte mir vor, Kommentare zu löschen, falls sie nicht zum Thema passen, oder sonstwie unsachgemäß sind.

