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Schönbichler Horn - www.sirdar.de

Schönbichler Horn (3134m) Überschreitung Zillertaler Alpen Wandern, T4 Tour 828, am 25.07.2026 ✔

Ein klassischer Wander-3000er

Fakten
Ausgangspunkt:Schlegeisspeicher (1800m)
Höhenmeter:1300Hm
Zeit / Strecke:Gesamt: 9h + 2h, 16.2km + 8km
Markierung:Bestens
Anforderung:Kletterpassagen mit Versicherungen im Gipfelbereich
Besonderheit:Vom Endpunkt zum Ausgangspunkt der beschriebenen Tour fährt ein Bus

GPS

Dynamische Kartenansicht (benötigt Javascript)
SchoenbichlerHorn.gpx (Download GPX-Datei)

Ausgangspunkt

Schlegeisspeicher (1800m). Erreichbar über eine Mautstraße von Mayrhofen.
Hinweis, wir haben die Tour so gestaltet, dass wir am Schlegeisspeicher starteten und die Tour im Zemmgrund beim Gasthaus Breitlahner beendeten. Zur Saison fährt hier in kurzen ein Wanderbus in beide Richtungen.

Stützpunkt

Furtschaglhaus (2295m)
furtschaglhaus.com

Alpenrose (1878m)
www.schutzhuette-tirol.at

Berliner Hütte (2042m)
berlinerhuette.at

Route

Überschreitung Schönbichler Horn zur Alpenrose An sich ist die Route einfach, eine - auffe - obe - ausse. So wie vorgestellt ergibt sich jedenfalls eine schöne Rundtour mit Hüttenübernachtung.
Man startet am Schlegeisspeicher und folgt dem Weg am rechten Ufer (Blick taleinwärts) in den Schlegeisgrund. Bis hierhin ist es flach. Links geht es dann entlang der Materialseilbahn hoch zum Furtschaglhaus. Oberhalb der Hütte dann geradeaus zum Schönbichler Horn. Das sieht man recht bald, wird man aber erst erkennen, wenn man direkt darunter steht.
Immer steiler werdend geht es zum Grat hoch. Kurz unter der Gratschneide fangen die Versicherungen an. Man klettert über die gestapelt wirkenden Felsblöcke höher und erreicht eine Scharte. Von der nun links hoch zum nahen Gipfel.
Vom Gipfel ein paar Meter den Aufstiegsweg zurück, dann den Markierungen und Drahtseilen nach Norden hinab folgen, es geht sehr steil hinunter. Man erreicht einen Felsgrat zwischen zwei Karen, den man eine Weile auf der Gratschneide folgt. Schließlich rechts hinab, in das ehemals mit dem Waxeggkees gefüllten Becken unter dem Großen Möseler. Schließlich quert man zu einer linken Moräne über dem Waxeggbach und folgt dieser bis zur Alpenrose-Hütte.

Kleine Runde zur Berliner Hütte Von der Alpenrose kann man eine ca. 1h Runde zur Berliner Hütte hoch machen. Dazu den beschilderten Weg von der Alpenrose zur Berliner Hütte machen. Dort angekommen, wechselt man die Talseite und steigt jenseits wieder ab.

Abstieg Alpenrose - Gasthaus Breitlahner Von der Alpenrose den Fahrweg raus folgen, bis zum Gasthaus an der Fahrstraße zum Schlegeisspeicher. Hier hat es auch eine Bushaltestelle direkt an der Straße.

Charakter

Dies ist vor allem eine konditionell anspruchsvolle Runde. Von der technischen Schwierigkeit her ist der Anstieg bis kurz unter das Schönbichler Horn nicht schwierig. Die Gipfelflanke im steilen Fels erfordert etwas Kletterfertigkeiten und ist mit Drahtseil versichert.
Der Abstieg Richtung Alpenrose ist ingesamt schwieriger, da steiler, v.a. im oberen Teil. Unter folgt man Gelände mit vielen Felsen, Geröll und Blöcken, was auch anstrengend ist.

Karte

Digitale Karte www.openstreetmap.org

Alpenvereinskarte Nr. 35/1 "Zillertaler Alpen - Westliches Blatt"

Weitere Infos


Der Wander-Dreitausender

Das Schönbichler Horn ist ja an sich der Inbegriff eines Wander-Dreitausenders. Mit zunehmenden Verschwinden der Gletscher wird es von der Art in den Ostalpen immer mehr geben. Unsere Planungsgeschichte war dabei durchaus spannend. Eigentlich wollten wir auf den Schwarzenstein, eine Hochtour mit Gletscher. Allerdings war dann Sa. das Wetter richtig gut vorhergesagt und So. richtig schlecht. Den mühsam erkämpften Hüttenplatz mochten wir nicht aufgeben. So kamen wir auf das Schönbichler Horn, Tagestouren gibt es in der Gegend um den Zemmgrund ja eher wenig, die Täler zu tief, die Berge zu hoch.
Dann fiel uns noch auf, vom Zemmgrund in einem Rutsch hoch zum Schönbichler Horn, das wären dann doch ein paar Höhenmeter gewesen. So kamen wir schließlich spätabends noch auf die Idee, beginnend vom Schlegeisspeicher eine Rundtour zu starten, mit Überschreitung des Schönbichler Horns. Immer noch ganz schön lang, aber machbar.
Bei unserer gesammelten Tourhistorie ist die Runde dabei ziemlich "geschichtsträchtig". Rundherum hatten wir in unterschiedlichen Konstellationen schon einige Berge abgehakt. Alte Bergsteiger(innen) erzählen von früher. So ist das.
Am Anfang natürlich der Olperer, dann weiter hinten der Hochfeiler mit der nicht mehr existierten Nordwand. Also die Nordwand gibt es schon noch, aber nun halt gänzlich schwarz, ohne Firn und Eis. Der Möseler hat sich dagegen ganz gut gehalten. Hier könnte man über dem Furtschaglhaus immer noch die Eisbeile schwingen. Ein netter Hängegletscher hängt nun dort, wo einst eine durchgehende Firnflanke war. Wir erreichten das Schönbichler Horn, hier kam nun der "Mittelfelsgrat" am Großen Möseler in Sicht. Schon 2003 aufgrund der vielen losen Blöcke eine gruselige, aber äußerst eindrucksvolle Tour.
Im Becken darunter mussten wir einst noch über den Gletscher hatschen, um zum Einstieg zu gelangen. Der Gletscher ist in Resten immer noch da, aber halt nur ein Bruchteil davon, von dem Zustand wie wir es in Erinnerung hatten.
Es wurde spät, bis wir an der Alpenrose ankamen, aber "Rankl-Tours" hatte in weiser Voraussicht gleich erst eine Ankunft um 19 Uhr angemeldet und genau um die Zeit kamen wir an. Perfekt. Am anderen Tag wanderten wir noch hoch, um die Berliner Hütte zu bewundern. Das ist ein denkmalgeschützter Bau, welcher in der heutigen Form 1910 entstand. Die Hütte ist ganz anders, als man das kennt, sie wurde im "herrschaftlichen" Stil errichtet. Das wirkt schon alles sehr aristokratisch und man ahnt, für welche gesellschaftlichen Schichten die Bauherren die Hütte einst errichteten. Aber, die Zeiten sind vorbei und ich hoffe das bleibt so.
Auf den Weg raus überfiel uns dann das schlechte Wetter mit viel Regen. Aber uns war eine schöne Tour im Sonnenschein gelungen, ganz anders als ursprünglich geplant, aber man muss sich in den Bergen eine gewisse Spontanität erhalten.

Stephan unterwegs mit Betty, Flo, Woife, Dominik am 25./26.07.2026



Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl



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