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Ganz im Norden von Indien liegt zwischen Karakorum und Himalaya ein schmaler Landstreifen, Ladakh und Zanskar. Eingekeilt zwischen Pakistan und China. Hohe Gebirgsketten
und umso tiefere Täler prägen das Landschaftsbild. Ladakh und Zanskar haben dabei eher den Charakter einer Hochgebirgswüste, die Täler versorgt durch große Gletscherflüsse,
so z.B. der Indus. Dessen Quelle liegt nahe am Kailash in Tibet und fließt nach Ladakh in ganzer Länge durch Pakistan und mündet schließlich im arabischen Meer. Die
Nähe zu Tibet ist dann auch überall spürbar und macht den unwiderstehlichen Reiz der Landschaft und Kultur aus. Klein-Tibet werden Ladakh und Zanskar auch genannt, die Nähe
zum indischen Subkontinent ist kulturell nicht mehr wirklich spürbar. Buddhistische Klöster prägen die Täler und Ansiedlungen. Die Hauptstadt von Ladakh, Leh liegt bereits
auf 3500m.
Wir nahmen nach dem Dampfbad im Monsun von Delhi aus den Landweg über Manali. Von dort ging es nach Keylong und letztendlich entlang einer Route, die einst als Trekkingtour
begehrt war, die große Zanskar-Durchquerung. Inzwischen ist das alles komfortabel mit dem Auto machbar. Hohe Pässe muss man aber dennoch überwinden.
Im Trekkingparadies unternahmen auch wir eine 5-tägige Durchquerung von Lamayuru nach Chilling. In Nimmu und Leh ließen wir es uns gut gehen. Für Betty und mich eine Rückkehr
zu vergangenen Abenteuern und alten Sehnsuchtsorten. Für die Familie eine ganz neue Erfahrung. Kein Urlaub, eine Reise.
Reisebericht
Gebietsübersicht: Indien
Vorbereitung
Nordindien, speziell die Gegend im und am Himalaya ändert sich gerade rasant (Stand 2026). Warum? Nun es werden Straßen gebaut. Es scheint das Ziel, dass jedes noch so abgelegene
Bergdorf über eine Straße erreichbar sein muss. Für die Einheimischen ist das sicherlich ein großer Fortschritt, aber Mobilität ändert einiges. Jedenfalls fiel uns auf, in jedes
Tal was wir kamen, der Bagger war schon da.
Ältere Semester werden in unserer Reiseroute teilweise die große Zanskar-Durchquerung wiedererkennen. Die ist nun bestens für Autos erschlossen. Für den Trekking-Touristen gilt,
es gibt Stand 2026 keinen aktuellen (Trekking)-Reiseführer für Ladakh und Zanskar mehr. Alle sind aufgrund der Bautätigkeiten veraltet. Da entwickelt sich gerade etwas und man
wird abwarten müssen, was das Resultat ist. Meine Vermutung, es wird so werden wie bei uns in den Alpen, d.h. Unternehmungen von Bergdörfern aus, mit mobiler und kurzfristiger
Anreise.
Einstweilen sind Ladakh und Zanskar ein Paradies für Fahrräder. Lauter neue, kaum befahrene Straßen. Die indischen Motorradfahrer haben das schon für sich entdeckt. Aber für
nervig laute Teerfräsen will ich hier nicht Werbung machen.
Unser ursprünglicher Plan war es, alles wie gewohnt selbst zu organisieren. Das scheiterte aber schließlich daran, dass wir von den per Email angeschriebenen indischen Agenturen
kaum, bzw. gar keine Antworten bekamen. Ich vermute 2026 wäre WhatsApp das Kommunikationsmittel der Wahl gewesen.
In der Not ließen wir uns die Tour ab Manali schließlich komplett organisieren. Das war allerdings ein echter Glücksgriff, weil die Rundreise, wie es dann gelaufen ist, hätten
wir so nie und nimmer selbständig hinbekommen. Wir hatten uns an die deutsche Agentur FairAway gewendet. Die Organisation
kann ich absolut empfehlen. Ein in Indien ansässiger Kollege mit viel Ortskenntnis und bestens vernetzt erstellte für uns nach unseren individuellen Wünschen die Tour.
Grob gesagt hatten wir ab Manali zuerst ein Auto mit Fahrer, um Zanskar zu erkunden. Dann ging es fünf Tage auf Trekking-Tour und schließlich verbrachten wir noch im
Indus-Tal bei Nimmu und Leh schöne Tage.
In Indien ist ein Auto mit Fahrer übrigens obligatorisch, die Lohnkosten sind sehr niedrig. Auch wenn in Ladahk und Zanskar der Verkehr sehr überschaubar ist, man will da
eigentlich nicht selber fahren müssen. Schon allein, um aus dem Auto heraus die Landschaft genießen zu können.
Folgende Reiseführer hatten wir dabei. Wie gesagt für Ladakh und Zanskar hoffnungslos veraltet, aber besser wie nix:
Hans-Joachim Aubert, Dumont-Reise-Handbuch "Indien - Der Norden", DuMont Reiseverlag, 6. Auflage 2025
Ralf Hellwich, www.himalaya.in, "Ladakh, Reise- und Kulturführer", Books On Demand, 2025
Trekking
Trekking in Ladakh, bzw. Zanskar, damit verbindet man Gepäcktransport auf Pferden und Schlafen im Zelt und genauso haben wir es gemacht. Luxustrekking mit
Gepäcktransport, Küchenzelt und Begleitmannschaft.
Das Outdoor-Geschäft ist dabei in Nordindien fest in nepalesischer Hand. Das sind halt die Experten auf dem Gebiet, der Pferdemann war aber noch ein echter Ladakhi.
Zur Organisation, wir haben das ja wie beschrieben vorab alles machen lassen. Prinzipiell gibt es in Manali und Leh (Fort Road) unzählige Agenturen, die ihre Dienste
für Touren aller Art anbieten. Mit etwas Zeit kann man Unternehmungen also durchaus spontan vor Ort organisieren. Von einer anderen Familie hörten wir aber, dass das
Organisieren von Packpferden aufgrund des Straßenbaus überall durchaus kompliziet geworden ist.
Aus den alten glorreichen Trekking-Zeiten gibt es auf den Hauptrouten überall noch Zeltplätze mit zumindest einen Klohäuschen und Wasseranschluss. Die gehören meist zu
einer Gemeinde und man wird einen Obolus zahlen müssen. Außerdem gibt es so gut wie in jedem noch so kleinen Ort sog. "Homestays". Da schläft und isst man im Haus von
Einheimischen. Auch da kann man einfach spontan auftauchen, großen Luxus darf man aber nicht erwarten. Ganz im Gegenteil, dass wird dann sehr rustikal. Allerdings mit
Familienanschluß, was aber vielleicht auch nicht jedermans Sache ist. Kein Vergleich also zu den Lodges in Nepal.
Genug Vorgerede, los geht's ...
Weiter zum Bericht 1: Ankunft in Delhi
Alle Texte und Bilder so nicht anders vermerkt von Stephan Rankl
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